Pantalones Gewissen

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Warum würde Pantalone im Tram nie schwarz fahren? Weil es verboten ist? Weil es peinlich wäre, erwischt zu werden? Weil es 80 bis 100 Franken kosten könnte? – Weit gefehlt! – Kürzlich zeigte ein Selbstversuch, dass es nicht die gesetzgeberischen Massnahmen sind, die Pantalone dazu veranlassen, eine Fahrkarte zu kaufen, sondern einzig und allein sein persönliches Gewissen. Das kam so …

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Der Gockelschrei

 

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Pantalone traf 1982 in Unterrabnitz im österreichischen Burgenland einen gewissen Jörg Jannings. Er war Leiter der Hörspielabteilung des RIAS Berlin, eine Leitfigur in der deutschsprachigen Hörspielszene. Er war, ist und bleibt der Neffe des grossen Schauspielers Emil Jannings. Dieser Emil Jannings war definitiv eine ganz grosse Nummer. Pantalone erinnert sich sehr gerne daran, wie er im Film Der blaue Engel auf der Bühne einen Gockelschrei von sich gibt. Er spielt den schmuddeligen, alten Professor Unrath, der derart in Marlene Dietrich verliebt ist, dass er alle Hemmungen verliert. Dieser Gockelschrei ist ein wahrhaft pantalonischer Moment. Emil Jannings soll aber auch der erste Oskarpreisträger überhaupt sein.

Dieser Jörg Jannings, den Pantalone in Unterrabnitz traf, sagte natürlich nie, er sei der Neffe des grossen Emil Jannings – weil es ja alle Welt schon wusste. Hätte er es gesagt, hätte Pantalone erwidert: Und ich bin seine Reinkarnation. – Ups, das wusste bisher niemand.

Das Poster zum Film hat Pantalone fotografiert in der Theaterchuchi, im Kino-Theater Central, Neuhausen.

Der virtuelle Fussgänger

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Der grosse Schweizer Photograph Werner Bischof (1916 bis 1954) schickte von seinen Reisen unentwickelte Filme mit Layout-Skizzen an Zeitschriften. Das heisst, er hatte seine Fotos so geplant, dass er wusste, wie sie entwickelt aussehen würden. Er organisierte seine Kamera so, dass sie genau das Bild herstellte, das er haben wollte. Er ging erst los, wenn er das Ziel und den Weg kannte. So ging man früher durchs Leben. Es hiess 1. denken, 2. planen, 3. handeln. – Loose, luege, laufe.

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Disneys Piraten

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Es soll einen Brief geben, in dem sich eine Disney-Direktorin bei Johnny Depp dafür bedankt, dass er in Pirates of the Caribbean II keinen einzigen ihrer Befehle befolgt und dadurch den Film zu einem Erfolg gemacht habe. Die gute alte Disney PR-Geschichte: Das Management gibt vor, von den Kreativen zum Vorteil des ganzen Unternehmens übertölpelt worden zu sein. So hat Disney das auch immer gemacht: Die Kreativen übertölpeln und dann so tun, als sei man von ihnen übertölpelt worden. Die Geschichte ist alt, aber sie wurde auf ein neues Level gebracht. Disney perfektioniert seine Strategien zur Kolonisierung der Phantasie der Welt. Pantalone nimmt es gelassener als in früheren Zeiten.

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