Die Schmöker werden das Medium wechseln

Vor zwei Jahren erhielt Pantalone von seinen Kindern ein äusserst nachhaltiges Weihnachtsgeschenk, einen IPod Nano. Im ersten Jahr hörte er damit viel Musik. Er erwarb im iTunes-Store all diese alten Platten, die er früher so liebte, und die er viel zu selten hörte und nicht besass, weil Platten selten, schwer zu finden und sauteuer waren. Nun hatte er das alles in dem kleinen Schmuckstück, das er stets an einem Halsband trug: Creedence Clearwater Revival, Janis Joplin, Deep Purple, Bob Dylan, Canned Heat, The Dubliners, Peter Paul and Mary oder Alan Stivell. Alles war immer verfügbar. Aber irgendwie verlor die Musik – vielleicht durch diese leichte Verfügbarkeit – das existenziell Erotische. „Die Schmöker werden das Medium wechseln“ weiterlesen

Bocaine 2008

Pantalone hat Doc S. den kleinen Finger gereicht, jetzt will er natürlich die ganze Hand: Hat auch Vorteile, muss Pantalone nicht schreiben. Zum Beispiel über www.pantalone.com: sterben ohne Sorgen. Apropos sterben: Haben Sie die Nachrufe auf Johannes Mario Simmel gesehen? Die Kritiker unterhalten sich allen Ernstes immer noch über ernste und unterhaltende Literatur. Pantalone hat JMS immer sehr gern gelesen, ihn dann aber vor etwa vierzig Jahren aus den Augen verloren. Pantalone hat viel bei JMS gelernt, sehr gut gefielen ihm die erotischen Szenen, das war früher noch was. E- und U-Literatur, diese Sorgen möchte Pantalone mal haben. Apropos Sorgen: Doc S. and the Hill Billies mit ihrem Jahresrückblick in 72 Sekunden: Bocain 2008

Tom Doornach

Tom Doornach

Eine gute Nachricht. Seit vielen Jahren versucht Pantalones Kollege, der Lyriker Doc S., Tom Dooley in seine Muttersprache zu übersetzen. Das Lied vom Mann, der morgen gehenkt werden soll und der sich seiner Schuld wohl bewusst ist*,  das Lied, das seit 140 Jahren so eine wohlig triste Stimmung verbreitet. – Jetzt ist die Übersetzung gelungen. Hören Sie Doc S. and the Hill Billies mit Tom Doornach.

* der richtige Tom Dula soll ja seine Schuld noch auf dem Galgenpodest bestritten haben.

D Lugi-Königin

Pantalone wurde gebeten, hier einen Link zur Geschichte „D Lugi-Königin“ zu setzen. Er tut das, weil sein Sponsor die Geschichte geschrieben und gestern am lokalen Schulschlussessen zum besten gegeben hat. Was tut man nicht alles für einen Sponsor! Aber – Warnung! – ohne Carolina Mateos‘ atemberaubende Fiedel kommt die Geschichte doch ziemlich trocken daher.

Schweiss und Nägel

SchlossPantalone trinkt sehr wenig Wein. Gestern in Brig, im Restaurant Simplon, sagte er deshalb nach einer Weile, er wolle nur noch Wasser. – Das gibt rostige Schuhe, sagte drauf die Serviererin.

Die Serviererin erhält dafür den eisernen Pantalone mit Trinkgeld. Warum? Weil das einerseits ein wunderbares Sprachspiel ist, weil es aber andererseits beim Googlekegeln die Traumpunktzahl von 9’986’400’000’000 erhält. Das ist saugut.

Wie Googlekegeln geht: Zwei Wörter nehmen, sehen, wie oft sie einzeln bei Google gefunden werden und dann schauen, wie oft das Wortpaar gefunden wird. Die beiden Einzelsuchresultate multiplizieren und durch das Wortpaarsuchresultat dividieren. „Schuhe“ wird 34’200’000 mal gefunden, „rostige“ 145’000 mal. „rostige Schuhe“ gibts nur 1 mal. – Jetzt zwei mal.

(Den Begriff des Googlekegelns hat Pantalone übrigens aus Jochen Wegner: „Warum immer ich? Schicksal. Eine Betriebsanleitung“, S. 42.)

Beton und Fleisch

Krimi-Seminar? Nein. Pantalone hatte eine kleine Blog-ade, aber jetzt ist er wieder da, denn gestern spielten in der Trotte die re:vatos. Da kehrten Pantalones Bloggeister zurück. Das Konzert war sehr anregend. Einige Stücke kamen nahe an den Kitschgrenzwert, aber der Alarmwert wurde nie erreicht. Pantalone dachte oft an die südlicheren Stücke von Bob Dylan. Es fragt sich nun: Ist das ein neuer Trend oder nur pantalonisch? Für den Trend sprächen Film und Soundtrack I’m not there. Aber Pantalone fehlt da irgendwie die Distanz. Schade, dass zu wenig Leute den Weg in die Trotte fanden. Pantalone würde re:vatos sehr gerne am Arles-Air hören. Übrigens: die Ausstellungen gehen weiter. Seiler (Beton) bis nächsten Sonntag, Jenzer (Fleisch) ad infinitum.