Die Schmöker werden das Medium wechseln

Vor zwei Jahren erhielt Pantalone von seinen Kindern ein äusserst nachhaltiges Weihnachtsgeschenk, einen IPod Nano. Im ersten Jahr hörte er damit viel Musik. Er erwarb im iTunes-Store all diese alten Platten, die er früher so liebte, und die er viel zu selten hörte und nicht besass, weil Platten selten, schwer zu finden und sauteuer waren. Nun hatte er das alles in dem kleinen Schmuckstück, das er stets an einem Halsband trug: Creedence Clearwater Revival, Janis Joplin, Deep Purple, Bob Dylan, Canned Heat, The Dubliners, Peter Paul and Mary oder Alan Stivell. Alles war immer verfügbar. Aber irgendwie verlor die Musik – vielleicht durch diese leichte Verfügbarkeit – das existenziell Erotische. „Die Schmöker werden das Medium wechseln“ weiterlesen

Kleiner Krimi, grosser Krimi, Thriller

zeugePantalone widmet sich heute wieder einmal dem Fernsehkrimi. Da wäre zunächst einmal der kleine Fernsehkrimi. Er dauert 30 bis 60 Minuten. Im kleinen Krimi löst meist ein männlicher Kriminalist einen Fall. Pantalones momentane Lieblingskurzkrimiserie ist „Der letzte Zeuge“, zehn Jahr alt, mit dem Gerichtsmediziner Dr. Robert Kolmaar (Ulrich Mühe), der Gerichtsmedizinerin Dr. Judith Sommer (Gesine Cukrowski) und dem Kommissar Joe Hoffer (Jörg Gudzuhn). Die Serie läuft zur Zeit auf SF1, jeweils am Dienstag um Mitternacht. Das attraktive am kleinen Krimi ist das Rätsel, das der meist männliche Kriminalist zusammen mit dem Publikum löst. Das reicht für den kleinen Krimi. „Kleiner Krimi, grosser Krimi, Thriller“ weiterlesen

Dienerperspektive

Wunderbares Buch gelesen: Der weisse Tiger von Aravind Adiga. Kommt so unscheinbar daher, baut sofort eine unausweichliche Spannung auf. Erzählt aus der subjektiven Perspektive eines Dieners, lässt Pantalone mit ihm aufwachsen und in diese indische Gesellschaft hineinwachsen. Erklärt viele Phänomene dieser indischen und Pantalones Gesellschaft, zum Beispiel Demokratie, wertet aber nie. Lässt Pantalone viel Freiraum und lässt ihn selbst urteilen. Pantalone wird mit ihm zum Mörder und zum Aufsteiger, zum Unternehmer. Und am Schluss versteht Pantalone vieles besser, was er in Indien sah und merkwürdig fand.

0.002 Prozent Fake

Die Redaktion des Historischen Lexikons der Schweiz (HLS) entwickelt so etwas wie Humor. Sie hat erkannt, dass ein gewisses Quantum „Fake“ heute in einem Lexikon sein muss, damit es ernst genommen wird. Die Redaktion hat das gewisse Quantum genau definiert: 1 Artikel von 36’000 darf Fake sein, das heisst: 0.002 Prozent. Und diesen Artikel dürfen Sie, liebe Leserin, lieber Leser selber schreiben. Hier sind die Rahmenbedingungen. Mit ein „bisschen Glück“ werden Sie zum offziellen HLS-Beschmutzer, der die restlichen 99.998 Prozent des Lexikons adelt. – Wenn da nur nicht noch andere Kuckuckseier dabei sind!

Hurra! Der Doktor Stutz ist wieder da.

Doktor Müller
Doktor Müller (Quelle: Sprechstunde Doktor Stutz)

Leute, die Schulhäuser bauen oder planen wollen, gehen zu Stücki. Pantalone macht sich da keine Illusionen und verfolgt keine me-too-Strategien. Er braucht andere heftige Themen. Der Beitrag letzte Woche über Beda M. Stadler hat ganz gute Quote gemacht. Weshalb? Stadler? Evolution? Schildkröten? Harndrang? Pantalone denkt, es war der Harndrang. Anschlussthema verzweifelt gesucht! Zum Glück traf Pantalone im Arcadia einen alten Freund und Realsatiriker: Dr. med. Samuel Stutz. „Hurra! Der Doktor Stutz ist wieder da.“ weiterlesen

Der tiefe Glaube des Beda M. Stadler

Johnny
Johnny

Letzte Woche sagten Sie, die Ethik sei ein Produkt der Evolution und nicht der Religion. Das gefiel Pantalone. Doch dann schrieben Sie, es gebe keinen freien Willen. Das gefiel ihm weniger. Pantalone würde hier gerne einmal die Klinge mit Ihnen kreuzen, Herr Stadler. „Der tiefe Glaube des Beda M. Stadler“ weiterlesen

Die grossi Sunnegöttin

 
Wieder einmal etwas Poetisches. Seit Aristoteles herrscht bei uns die Ansicht, Humor eigne sich nur zur Dastellung der minderen Themen (Komödie) und Gewichtiges müsse mit Tiefsinn behandelt werden (Tragödie). Eigenartigerweise sehen die Engländer das anders. Pantalone denkt zum Beispiel an Monty Python oder an Little Britain, wo er regelmässig über tiefernste Themen Tränen lacht. John Wrights Buch Why is that so funny? geht diesen Fragen auf den Grund. Pantalone ist begeistert davon und präsentiert hier als kleines Lockvögelchen seine baseldeutsche übersetzung eines Textes von John Wright, der von einem japanischen Text aus dem 8. Jahrhundert vor Christus inspiriert ist, dem Kojiki. Das Kojiki ist übrigens fast 400 Jahre älter als die Poetik des Aristoteles.  

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