Dienerperspektive

Wunderbares Buch gelesen: Der weisse Tiger von Aravind Adiga. Kommt so unscheinbar daher, baut sofort eine unausweichliche Spannung auf. Erzählt aus der subjektiven Perspektive eines Dieners, lässt Pantalone mit ihm aufwachsen und in diese indische Gesellschaft hineinwachsen. Erklärt viele Phänomene dieser indischen und Pantalones Gesellschaft, zum Beispiel Demokratie, wertet aber nie. Lässt Pantalone viel Freiraum und lässt ihn selbst urteilen. Pantalone wird mit ihm zum Mörder und zum Aufsteiger, zum Unternehmer. Und am Schluss versteht Pantalone vieles besser, was er in Indien sah und merkwürdig fand.

0.002 Prozent Fake

Die Redaktion des Historischen Lexikons der Schweiz (HLS) entwickelt so etwas wie Humor. Sie hat erkannt, dass ein gewisses Quantum „Fake“ heute in einem Lexikon sein muss, damit es ernst genommen wird. Die Redaktion hat das gewisse Quantum genau definiert: 1 Artikel von 36’000 darf Fake sein, das heisst: 0.002 Prozent. Und diesen Artikel dürfen Sie, liebe Leserin, lieber Leser selber schreiben. Hier sind die Rahmenbedingungen. Mit ein „bisschen Glück“ werden Sie zum offziellen HLS-Beschmutzer, der die restlichen 99.998 Prozent des Lexikons adelt. – Wenn da nur nicht noch andere Kuckuckseier dabei sind!

Die grossi Sunnegöttin

 
Wieder einmal etwas Poetisches. Seit Aristoteles herrscht bei uns die Ansicht, Humor eigne sich nur zur Dastellung der minderen Themen (Komödie) und Gewichtiges müsse mit Tiefsinn behandelt werden (Tragödie). Eigenartigerweise sehen die Engländer das anders. Pantalone denkt zum Beispiel an Monty Python oder an Little Britain, wo er regelmässig über tiefernste Themen Tränen lacht. John Wrights Buch Why is that so funny? geht diesen Fragen auf den Grund. Pantalone ist begeistert davon und präsentiert hier als kleines Lockvögelchen seine baseldeutsche übersetzung eines Textes von John Wright, der von einem japanischen Text aus dem 8. Jahrhundert vor Christus inspiriert ist, dem Kojiki. Das Kojiki ist übrigens fast 400 Jahre älter als die Poetik des Aristoteles.  

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D Lugi-Königin

Pantalone wurde gebeten, hier einen Link zur Geschichte „D Lugi-Königin“ zu setzen. Er tut das, weil sein Sponsor die Geschichte geschrieben und gestern am lokalen Schulschlussessen zum besten gegeben hat. Was tut man nicht alles für einen Sponsor! Aber – Warnung! – ohne Carolina Mateos‘ atemberaubende Fiedel kommt die Geschichte doch ziemlich trocken daher.

Die Gretchenfrage

Wieder einmal eine kleine Tramgeschichte: Junger Mann (A), beide Ohren verstöpselt, sitzt im Tram, Doppelsitz, rechter Platz. Wippt im Takt. Zweiter junger Mann (B) steigt zu, ebenfalls beide Ohren verstöpselt, setzt sich auf Einzelsitz neben A. Dazwischen leerer Raum. B Wippt ebenfalls im Takt. So sitzen sie eine Weile. Dann tippt A B auf die Schulter. „Die Gretchenfrage“ weiterlesen

Pantalones Gewissen

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Warum würde Pantalone im Tram nie schwarz fahren? Weil es verboten ist? Weil es peinlich wäre, erwischt zu werden? Weil es 80 bis 100 Franken kosten könnte? – Weit gefehlt! – Kürzlich zeigte ein Selbstversuch, dass es nicht die gesetzgeberischen Massnahmen sind, die Pantalone dazu veranlassen, eine Fahrkarte zu kaufen, sondern einzig und allein sein persönliches Gewissen. Das kam so …

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Der Gockelschrei

 

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Pantalone traf 1982 in Unterrabnitz im österreichischen Burgenland einen gewissen Jörg Jannings. Er war Leiter der Hörspielabteilung des RIAS Berlin, eine Leitfigur in der deutschsprachigen Hörspielszene. Er war, ist und bleibt der Neffe des grossen Schauspielers Emil Jannings. Dieser Emil Jannings war definitiv eine ganz grosse Nummer. Pantalone erinnert sich sehr gerne daran, wie er im Film Der blaue Engel auf der Bühne einen Gockelschrei von sich gibt. Er spielt den schmuddeligen, alten Professor Unrath, der derart in Marlene Dietrich verliebt ist, dass er alle Hemmungen verliert. Dieser Gockelschrei ist ein wahrhaft pantalonischer Moment. Emil Jannings soll aber auch der erste Oskarpreisträger überhaupt sein.

Dieser Jörg Jannings, den Pantalone in Unterrabnitz traf, sagte natürlich nie, er sei der Neffe des grossen Emil Jannings – weil es ja alle Welt schon wusste. Hätte er es gesagt, hätte Pantalone erwidert: Und ich bin seine Reinkarnation. – Ups, das wusste bisher niemand.

Das Poster zum Film hat Pantalone fotografiert in der Theaterchuchi, im Kino-Theater Central, Neuhausen.