Das Menschentier

netz01.jpgDies ist Pantalones 50. Beitrag, er wird dafür ein klein wenig ausschweifend:

Die Ansprüche an das Menschentier sind gross und werden immer grösser. Früher genügte der gelegentliche Griff ans Portemonaie, um sich zu überzeugen, dass noch alles da war. Heute hat Pantalone ein ganzes Netzwerk an Hilfsmitteln und Prothesen zu kontrollieren: Wo sind die Brillen (Mehrzahl!)? Wo sind die Schlüssel (sie öffnen viele Türen)? Sind noch alle Bank, Post, Kredit und Kundenkarten am richtigen Ort?

Wo ist das Handy (Werden schon unter Pantalones Namen und auf seine Rechnung Drogen verschoben)? Wo ist der I-Pod (Sind die aktuellen Podcasts heruntergeladen)? Ist alles versichert? Wie steht es mit Telefonie, Internet, TV und Radio? Was gibt es Neues, was gibt es Günstiges? – Und der Weblog schreit nach dem 50. Beitrag!

Pantalone lässt ihn schreien und liest Teilhard de Chardin (1881 bis 1955), den Jesuiten und Biologen, der darüber nachdachte, wie man die Konzepte der Schöpfung und der Evolution gleichberechtigt nebeneinander gelten lassen könnte. In seinem Text Die Hominisation aus dem Jahr 1925 schreibt er:

„Während wir die Strassen, die Eisenbahnen und das Flugzeug, die Presse, den Rundfunk entwickeln, glauben wir, uns nur zu unterhalten, nur unseren Geschäften nachzugehen oder nur Ideen zu verbreiten […] In Wirklichkeit […] setzen wir ganz einfach auf einer höheren Ebene und mit anderen Mitteln die unterbrochene Arbeit der biologischen Evolution fort.“

Grundlage für diese Entwicklung sind für Teilhard zwei typische Eigenschaften des Menschentiers, die Reflexion und die Konspiration. Reflexion ist „die Fähigkeit, die jedes menschliche Bewusstsein besitzt, sich auf sich selbst zurückzuwenden, um die Bedingungen und den Mechanismus seines Tuns zu erkennen“.

Konspiration [Einwurf P.: heruntergekommenes Wort, das eigentlich „zusammen atmen“ heisst] ist die Fähigkeit der verschiedenen, in der Gruppe zusammengefassten Bewusstheiten, sich zusammenzuschliessen (durch Sprache und tausend andere, dunklere Bande), derart, dass sie ein einziges Ganzes bildet, in dem in reflektierter Weise jedes Element sich seiner Angliederung an alle anderen bewusst ist.“

Heute sehen wir noch viel deutlicher: die kleinen Menschentiere wachsen zusammen zu einem grossen Menschentier. Die Vernetzung, der Aktionsradius und die Verantwortung des Einzelnen wächst ins Unermessliche. Einerseits. Andererseits kann man sich auch manchmal geborgen und getragen fühlen, als Teil des grossen Menschentiers.

Foto: Spinnennetz mit Tau von
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