Der alte Mann und der Schweizer Film

Früher waren die Filme überall ein wenig pantalonisch. In Amerika gab es John Wayne, in England Peter Ustinov, in Frankreich Louis de Funès oder Jean Gabin, in Deutschland Emil Jannings, in Österreich Hans Moser und in der Schweiz Schaggi Streuli. Früher mussten die männlichen Stars immer älter und unattraktiver sein, als die Familienväter, die die Kinotickets kauften. 

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Die Filmpartnerinnen dieser alten und hässlichen Herren hingegen waren jung und sehr attraktiv. Denken wir nur an My Fair Lady, an den Blauen Engel, oder an Heidi und den Almöhi. Seit einigen Jahren kaufen nun auch Frauen Kinotickets, manchmal sogar Jugendliche. Im Extremfall kann es heute vorkommen, dass eine jugendliche Frau einen Film aussucht und ihren jugendlichen Freund oder sogar ihren greisen Vater ins Kino schleppt. Überall auf der Welt hat sich das herumgesprochen, überall gibt es heutzutage jugendliche Stars, männliche und weibliche.    

Nur im Schweizer Film sind alle wahren Stars noch immer alte Männer. Eine Zeitlang führte Walo Lüönd die Darstellerliste der meisten helvetischen Filme an, dann kam Matthias Gnädinger, und heute ist ein Schweizer Film kein richtiger Schweizer Film, wenn nicht Hanspeter Müller-Drossart an vorderster Front mitwirkt. Oder am besten alle drei, wie in Sternenberg (CH 2004) . Aus diesem Film stammt auch unser Foto.

Pantalone besucht sehr gerne Schweizer Filme, er sitzt allerdings oft fast allein im Zuschauerraum. Ah nein, okay, Heiri Müller sitzt manchmal noch daneben.

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