Fasnacht 2010

Am schmutzigen Donnerstag war Pantalone an der Luzerner Fasnacht. Da gab es Landsknechte, Mönche, Gnome, Lärm und Schminke, Erotik und Tollerei. Irgendwie lockerer als in Basel, irgendwie sinnlicher. Irgendwie katholischer halt. Die katholische Kirche ist ja eine gute alte Obrigkeit, die man noch provozieren und herausfordern kann. Deshalb verbietet Bischof Vitus Huonder die Narrenmesse in Schwyz. Die Fastnacht ist wohl ursprünglich ein Ventil und hat als solches eine Tendenz zum Aufmüpfigen, manchmal hat sie sogar etwas Revolutionäres. Pantalone empfiehlt dazu den interessanten Artikel in der ZEIT über die Geschichte des Kölner Karnevals. Und natürlich wird die Fastnacht auch kanalisiert und von allen möglichen Interessenvertretern vereinnamt. Da treffen chaotische und ordnende Kräfte aufeinander. Der Karneval der Revolutionäre in Köln in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts glich wohl mehr dem Chaotenzug durch Zürich unter dem Motto „Reclaim the Streets“ als der modernen Luzerner oder sogar Basler Fasnacht. Aber Pantalone scheint, diese Auseinandersetzung zwischen Chaos und Ordnung sei in Luzern noch etwas unentschiedener als in Basel.

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