Ist die Swisscom aufgewacht?

logo_swisscom.gif Wir sind da für Sie! – Der neue Slogan von Swisscom. Da bleibt Pantalone die Luft weg. Soll er weinen, soll er lachen. Er wollte das ja alles nicht breittreten, aber jetzt hat er keine andere Wahl. Wir reden nicht über dieses E-Mail an den Bluewin-Kundendienst vor vierzehn Tagen; Reaktion: Zero. Wir reden auch nicht über diese alte Geschichte, als Pantalone sein Privattelefon auf einen konkurrierenden Anbieter umschreiben lassen wollte. Der Antrag lag vier Wochen bei der Swisscom. Nach mehrfacher Reklamation (jeder 50. Anruf ein Treffer) erhielt Pantalone seinen Antrag zurück, mit dem Hinweis, man vermute, die Unterschrift sei gefälscht (Wir sind für Sie da!). Stimmt, das ist alles alter, abgestandener Kaffee. Nein, wir reden über die Sache mit dem neuen Telefonanschluss in Pantalones Büro, die sich zu Anfang letzten Jahres ereignete: Neuer Telefonanschluss. Nicht immer, aber immer öfter: Die Verbindung bricht ab. Mitten in unwichtigen Gesprächen. Mitten in wichtigen Gesprächen. Da war dann alles ruhig und gar nichts mehr zu machen. Mobiltelefon? Funktioniert nicht in Pantalones Büro (Im Prinzip nicht tragisch, man hat ja Festnetz, wenn die Verbindung nicht gerade zusammengebrochen ist). Internet? Funktionierte manchmal, dann half skype. Internet funktionierte aber auch oft nicht. Und Pantalone musste aus dem Büro rennen und seine aufgebrachten Kunden aus der Telefonkabine besänftigen. Es dauerte drei Wochen. Der ortsansässige Installateur verwarf die Hände: Ob Pantalone nicht einen Mitarbeiter der Swisscom persönlich kenne, der könne vielleicht intern weiterverbinden, und das sei der beste Weg, um bei der Swisscom eine Ansprechperson an die Strippe zu bekommen (Wir sind für Sie da!). Pantalone konnte leider nicht helfen. Der ortsansässige Installateur nutzte seine vielfältigen Beziehungen und erreichte schliesslich die Swisscom, aber die wollte mit der wackligen Verbindung nichts zu tun haben.

Der Installateur wechselte alles aus: Das Telefon, den Stecker, die Leitung, den Internet-Splitter. Pantalone hätte er auch gern ausgewechselt und Pantalone hätte gern den ortsansässigen Installateur ausgewechselt und beide hätten gern die Swisscom ausgewechselt. Ging aber nicht. Und es dauerte, und Pantalone telefonierte aus der Kabine. Als alles ausgewechselt war, tauchte der Installateur ab, er hatte keine Freude mehr am Leben. Pantalone nötigte ihn nochmals den Kontakt mit der Swisscom zu suchen. Weitere drei Tage später kam dann tatsächlich ein Swisscom-Mann. Es liege zwar sicher nicht an der Swisscom, aber er könne noch etwas probieren. Er müsse jetzt das Telefon (höchstens) 45 Minuten lang abschalten, und nachher könnte möglicherweise alles wieder gut sein. Geistesgegenwärtig fragt Pantalone den Swisscom-Mann nach seiner Handynummer. Die könne er nicht geben, meinte dieser, aber es gebe eine allgemeine Nummer, über die er erreichbar sei (Wir sind für Sie da!). Pantalone lenkt ein. Das Telefon schweigt sechs Stunden lang. Allgemeine Nummer der Swisscom (aus der Kabine angerufen): ein freundlicher Automat kann nicht weiter helfen. Dann kommt wieder der Swisscom-Mann, ja, da sei tatsächlich ein Problem mit einer Swisscom-Schaltung gewesen, nun funktioniere alles. Es funktioniert tatsächlich. Der Mann erwartet Dank und erntet Wut. Aber Pantalone erkennt: Der arme Swisscom-Mann kann ja wirklich nichts dafür. Auch der ortsansässige Installateur nicht. Seine Rechnung war zwar horrend, aber er hat höchstens die Hälfte seines Leerlaufs verrechnet.

Und jetzt das: Wir sind für Sie da!  – Ist da jemand aufgewacht? – Wahrscheinlich nur ein paar Marketingleute und eine Werbeagentur.

2 Gedanken zu „Ist die Swisscom aufgewacht?“

  1. Bei der Swisscom soll es ja noch Lehrstellen geben. Gut. Aber sind dann die Lehrlinge wenigstens für Pantalone oder Magor da?
    Ich lasse mir jetzt von Sunrise das Internet schenken. Die CHF 25.– Grundgebühr der Swisscom sind in den CHF 80.– (mit Festnetz, Mobilabo bis CHF 50. und, Internet) auch schon drin. Will heissen: Ich bekomme keine Post mehr von der Swisscom. Das ist gut so, denn die ewigen Werbesendungen aus den Swisscomrechnungen rauszufiltern hat mich schon lange geärgert. Jetzt kommen vermutlich nur noch die Werbesendungen, obwohl ich ein umständliches Formular ausgefüllt habe, in dem ich angeben durfte, was ich alles nicht mehr möchte. So ein Sternli im Telefonverzeichnis scheint auch nicht viel zu nützen. Jedenfalls ruft vorgestern die Postfinance an und meint, ich könne mein Konto besser nutzen, wenn ich noch eins eröffne.

  2. Ja, der erste Teil des neuen swisscom-Werbespots am TV lässt mich ahnen, wie unangenehm still es sein muss, wenn gar niemand mehr da ist, der einem beim Kommunizieren helfen könnte.

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