Merseybeat

Ankunft in der Hafenstadt Liverpool.









Liverpool 2008

Aus der WoZ weiss Pantalone, dass diese Stadt im internationalen Sklavenhandel einst eine wichtige Rolle spielte. Die Bevölkerung ist seit Jahrhunderten multikulturell, so gibt es hier zum Beispiel ein Chinatown, das viel älter ist, als das in New York. Die anglikanische Kathedrale und die katholische Kirche sind fast gleich hoch. Die katholische Kirche wird im Volksmund Paddy’s Wigwam genannt. [„Liverpudlians affectionately call the cathedral „Paddy’s Wigwam“ because of its largely Irish Catholic congregation and its general resemblance to a Native American teepee.“ (Wikipedia)]- Wenn das nicht multikulturell ist. Doch die Chancen der Immigranten seien bis heute beschränkt.




Lambanana in Liverpool

Sehr beliebt allerdings sind die Lambananas aus Mangaland …

Amphibienfahrzeug und natürlich auch die Stadtrundfahren in den entwaffneten Amphibienfahrzeuge.

Nun ist Liverpool also Kulturhauptstadt. Offenbar fliessen die Millionen aus Europa und es wird gebaut. In den Docks entstehen Wohnungen, Museen (sehr empfehlenswert das Liverpool Tate Kunstmuseum), Shops, Pubs.










Endlich eine ufoartige eigene Konzerthalle am Mersey. Oder ein Luxushotel mit Namen „A Hard Day’s Night“, die John-Lennon-Suite wäre frei, kostet aber CHF 1500.– pro Nacht. Kleiner Trost: Der Portier steht zu Roger Federer, auch in schweren Zeiten. Im September soll alles fertig gebaut sein … maybe maybenot.

Das Denkmal für Billy Fury, den Helden des Merseybeat, der die Silverbeatles als Begleitband einst abgelehnt haben soll. Die Musik, okay. Aber die Frisuren, die Schuhe, die Pose? Eine Revolte, über die man heute nicht einmal mehr schmunzeln mag.









Helmut Thoma, der österreichisch-deutsche Privatfernseh-Papst sagt im bz-Interview: „Im Seichten entstand das Leben“. Aus dem Mersey kam der Beat. Augenzeugen berichten, in den heissen Nächten im Cavern sei der Schweiss an den Kellergewölben kondensiert, und ins Bier getropft.









Das Cavern ist nachgebaut, aber wie man hört, sehr originalgetreu. Die kleine Bühne ist völlig unspektakulär, halb so gross, wie die im Teufelhof, aber trotzdem ein eigentliches Touristenheiligtum.

Barry hat seine Beamtenstelle aufgegeben und ist Bierbrauer geworden. Er fragt Pantalone, wie er Liverpool findet. Pantalone antwortet: Sehr interessant, aber vielleicht ein wenig zu viel Beatles. Da taut Barry auf: Genau.









Es habe damals viele, viele, viele gute Bands gegeben. Die Beatles seien nicht die besten gewesen. Er selbst habe zum Beispiel Mundharmonika gespielt in einer Bluesband. Ein Foto zeigt ihn mit einer Jimi-Hendrix-Frisur. Nicht alle seien begeistert, dass der Liverpooler Flughafen jetzt John-Lennon-Airport heisse. Nun, wir sind alle ein wenig neidisch, aber wir wissen auch: Wahre Revolutionäre sind nicht massentauglich.

Pantalone erinnert sich an die sehr empfehlenswerte Doppel-CD „Bestseller auf dem Plattenteller 1968 bis 1972“. In dieser Hochblüte der Popmusik gab es in der Schweizer Hitparade Namen wie Deep Purple, Simon and Garfunkel, Tom Jones, Jane Birkin, Serge Gainsbourg, Rod Steward, Joe Cocker, Frijid Pink oder Les Sauterelles. Aber welches waren die erfolgreichsten Titel in diesen Jahren: In the Summertime mit Mungo Jerry und Chirpy, Chirpy, Cheep, Cheep von einer Gruppe mit dem bezeichnenden Namen Middle of the Road. Mainstream halt, und keiner fragt: Wer hat’s erfunden?

 

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