Vladislav was here!

babuschka
Am letzten Montag war Vladislav bei Pantalones. Er kam mit dem Motorrad von Moskau und brachte Geschenke von seiner Mutter

Pantalone und andere Venezier hatten in den 90er Jahren Kontakt mit der Moskauer Familie und hatten Briefe und Nahrungsmittelpakete geschickt, bis die Verbindung aufgrund logistisch-postalischer Probleme abbrach. Damals, als die Pakete aus Venezien kamen, war Vladislav ein Kind, dank Schengen konnte er jetzt die Gegengeschenke überbringen.

Vladislav hat eine kleine Autowerkstatt und repariert Fahrzeuge der Marke Mercedes. Und zwar nur Fahrzeuge die vor 1990 in Verkehr gesetzt wurden. Neuere Fahrzeuge seien so konzipiert, dass Reparateure einen Diagnosecomputer brauchen, der ihnen mitteilt, welche Module bestellt und ersetzt werden müssen. Das ist nicht Vladislavs Welt, denn er lebt noch im mechanischen Zeitalter und hat keinen Computer.

Pantalone realisiert, dass die Bindung zwischen Produzent und Konsument immer intensiver wird. Wir sind nicht mehr Besitzer der Gegenstände, die wir kaufen, wir sind gewissermassen Abonnenten und wir bleiben für die Lebensdauer des Gegenstandes gebunden an den Produzenten. In der Informatikwelt kennen wir dieses Phänomen schon lange, sind wir doch fast alle Abonnenten von Microsoft und erhalten fast täglich undurchschaubare Updates. Apple wirkt unablässig auf meinen Ipod ein und Amazon auf meinen Kindl.

Pantalone fühlt sich umschlungen von einem Netz unberechenbarer Abhängigkeiten und neuartiger Machtkonstellationen. Vladislav kann sich dem vorderhand noch entziehen.

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