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	<title>Kommentare zu: Das ganz reale Irreale</title>
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		<title>Von: Landratte</title>
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		<dc:creator>Landratte</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Jun 2007 13:37:49 +0000</pubDate>
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		<description>Durchlauchter Pantalone 
Es zeigt sich hier eine eigentliche Piraterie (um nicht zu sagen Pikanterie) der Philosophiegeschichte, das alte Materialismus-Problem nämlich: Dass das Imaterielle - das Wort - am Anfang stand, ist eine alte Buchweisheit. Sie hat sich materialisiert im Buch der Bücher. Und gerade dadurch ist das Wort Materie geworden. Das heisst, es hat sich materialisiert in einer Institution der realen Macht, der Kirche, dem Gottesgnadentum usw. Die Piraten der Aufklärung waren es dann, die deren Autorität untergruben und der auf den Kopf gestellten Welt auf die Füsse halfen. Damit haben sie aber das Immaterielle gewissermassen aus der materialsierten Form befreit und es erst echt zum Immateriellen gemacht: &quot;The immaterial has become… immaterial.” (Übrigens tierisch gut, Pat, der Schreibfehler &quot;immatierial&quot;!)
Wenn sich in der Postmoderne das Wort nicht mehr im Buch der Bücher, sondern im Handy materialisiert (man beachte die religiösen Konnotate der Handybranche: es werde Licht = Sunrise; der Herr komme = swisscom), dann stehen die Klingeltöne, nach denen Herr Pantalone fragt, eben dafür, dass es in der Kasse klingelt. Wenn aber früher für die Teilhabe an der religiösen Kommunikation und am Seelenheil für reales Gold Ablasse verkauft wurden, so läuft das heute über virtuelles Geld, über Prepaid-Karten oder Abos. Man erhält nicht mehr, wie Sie es feststellen, Herr Pantalone, für reales Geld ein irreales Nichts. Vielmehr ehält man für irreales Geld ein reales Nichts. Für Piraten ist da echt nichts mehr zu holen. Deshalb erspart sich die echte Landratte, die ich bin, all die Kinogänge in die stürmischen karibischen Piratenwelten.
Ist sonst noch etwas klar?</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Durchlauchter Pantalone<br />
Es zeigt sich hier eine eigentliche Piraterie (um nicht zu sagen Pikanterie) der Philosophiegeschichte, das alte Materialismus-Problem nämlich: Dass das Imaterielle &#8211; das Wort &#8211; am Anfang stand, ist eine alte Buchweisheit. Sie hat sich materialisiert im Buch der Bücher. Und gerade dadurch ist das Wort Materie geworden. Das heisst, es hat sich materialisiert in einer Institution der realen Macht, der Kirche, dem Gottesgnadentum usw. Die Piraten der Aufklärung waren es dann, die deren Autorität untergruben und der auf den Kopf gestellten Welt auf die Füsse halfen. Damit haben sie aber das Immaterielle gewissermassen aus der materialsierten Form befreit und es erst echt zum Immateriellen gemacht: &#8220;The immaterial has become… immaterial.” (Übrigens tierisch gut, Pat, der Schreibfehler &#8220;immatierial&#8221;!)<br />
Wenn sich in der Postmoderne das Wort nicht mehr im Buch der Bücher, sondern im Handy materialisiert (man beachte die religiösen Konnotate der Handybranche: es werde Licht = Sunrise; der Herr komme = swisscom), dann stehen die Klingeltöne, nach denen Herr Pantalone fragt, eben dafür, dass es in der Kasse klingelt. Wenn aber früher für die Teilhabe an der religiösen Kommunikation und am Seelenheil für reales Gold Ablasse verkauft wurden, so läuft das heute über virtuelles Geld, über Prepaid-Karten oder Abos. Man erhält nicht mehr, wie Sie es feststellen, Herr Pantalone, für reales Geld ein irreales Nichts. Vielmehr ehält man für irreales Geld ein reales Nichts. Für Piraten ist da echt nichts mehr zu holen. Deshalb erspart sich die echte Landratte, die ich bin, all die Kinogänge in die stürmischen karibischen Piratenwelten.<br />
Ist sonst noch etwas klar?</p>
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		<title>Von: Pantalone</title>
		<link>http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/index.php/2007/06/das-ganz-reale-irreale/comment-page-1/#comment-6348</link>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jun 2007 22:35:50 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Verehrtes Pat. Natürlich haben Sie Pantalone sofort überzeugt. Vielen Dank für den Hinweis. Pantalone entschuldigt sich für das falsche Zitat. Er hat zwar im Kino immer einen Notizblock auf sich, aber er notiert immer die falschen Dinge, die sich im Nachhinein als uninteressant erweisen. Aber vielleicht hätte Pantalone sich noch einmal in die grosse Schlacht werfen müssen, um diesen interessanten Satz noch einmal zu hören, bevor er so grosse Töne anschlägt. &lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Pantalone ist ein Lebemann, kein Philosoph, aber er denkt, das &quot;Materielle&quot; und die &quot;Realität&quot; sind nicht weit auseinander: Auch zwei Wiki-Zitate: &quot;Im philosophischen Sinn bezeichnet Materie die objektive Realität, die von unseren Sinnen abgebildet oder widergespiegelt wird&quot; (&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Materie&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Materie&lt;/a&gt;) &quot;Real ist dabei das, was auch außerhalb des Denkens existiert&quot; (&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Realit%C3%A4t&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Realität&lt;/a&gt;). - Vielleicht könnte sich hier eine Philosophin oder ein Philosoph in die Diskussion einschalten. - Übrigens muss Pantalone sagen: &quot;immaterial&quot; tönt - mindestens auf Englisch - viel besser als &quot;irreal&quot;.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;Sehr interessant auch der Wiki-Artikel, auf den Sie verweisen. Im kapitalistischen Sinne ist das Materielle oder das Reale vielleicht das, was sich in Geld verwandeln lässt. Danke jedenfalls für die aufmerksame Lektüre.&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Verehrtes Pat. Natürlich haben Sie Pantalone sofort überzeugt. Vielen Dank für den Hinweis. Pantalone entschuldigt sich für das falsche Zitat. Er hat zwar im Kino immer einen Notizblock auf sich, aber er notiert immer die falschen Dinge, die sich im Nachhinein als uninteressant erweisen. Aber vielleicht hätte Pantalone sich noch einmal in die grosse Schlacht werfen müssen, um diesen interessanten Satz noch einmal zu hören, bevor er so grosse Töne anschlägt. </p>
<p>Pantalone ist ein Lebemann, kein Philosoph, aber er denkt, das &#8220;Materielle&#8221; und die &#8220;Realität&#8221; sind nicht weit auseinander: Auch zwei Wiki-Zitate: &#8220;Im philosophischen Sinn bezeichnet Materie die objektive Realität, die von unseren Sinnen abgebildet oder widergespiegelt wird&#8221; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Materie" rel="nofollow">Materie</a>) &#8220;Real ist dabei das, was auch außerhalb des Denkens existiert&#8221; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Realit%C3%A4t" rel="nofollow">Realität</a>). &#8211; Vielleicht könnte sich hier eine Philosophin oder ein Philosoph in die Diskussion einschalten. &#8211; Übrigens muss Pantalone sagen: &#8220;immaterial&#8221; tönt &#8211; mindestens auf Englisch &#8211; viel besser als &#8220;irreal&#8221;.</p>
<p>Sehr interessant auch der Wiki-Artikel, auf den Sie verweisen. Im kapitalistischen Sinne ist das Materielle oder das Reale vielleicht das, was sich in Geld verwandeln lässt. Danke jedenfalls für die aufmerksame Lektüre.</p>
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		<title>Von: pat</title>
		<link>http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/index.php/2007/06/das-ganz-reale-irreale/comment-page-1/#comment-6347</link>
		<dc:creator>pat</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Jun 2007 21:24:55 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;p&gt;Verehrter Pantalone&lt;br /&gt;
Erlauben Sie mir, Ihnen einen Ausschnitt aus dem Film vorzuspielen:&lt;br /&gt;
http://infam.antville.org/static/infam/files/theimmaterial.mp3&lt;br /&gt;
Nachdem Sie diese kurzen Sekunden gehört haben, werden Sie sicher mit mir einig gehen, dass das Zitat von Lord Cuttler Beckett, dem Boss der East India Trading Company, richtigerweise heissen muss: &quot;The immatierial has become... immaterial.&quot; Auch das letztlich eine Leistung der Aufklärung. Was bedeutet dies aber nun für Ihre Argumentation? Was ist die Differenz zwischen Unrealem und Immateriellem? Sie sagen, ausgehend von dem Zitat, wie Sie sich daran erinnern, &quot;das Irreale wird immer realer&quot;. Ausgehende vom richtigen Wortlaut, wären Sie da auch zum Schluss gekommen, das Immaterielle werde immer materieller? Vielleicht. Das Handy ist ja dafür ebenfalls ein Beispiel. Es ist die Material gewordene Kommunikation, die eigentlich immateriell war, bis zum Auftauchen technischer Hilfsmittel dafür. Was aber - vor der Schrift usw. - doch schon recht lang her ist. Das Immaterielle wird immer materieller: Vielleicht eine andere Ausdrucksweise für &quot;&lt;a href=&quot;http://de.wikipedia.org/wiki/Verdinglichung&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;Verdinglichung&lt;/a&gt;&quot;. Man wird sehen...&lt;/p&gt;
</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Verehrter Pantalone<br />
Erlauben Sie mir, Ihnen einen Ausschnitt aus dem Film vorzuspielen:<br />
<a href="http://infam.antville.org/static/infam/files/theimmaterial.mp3" rel="nofollow">http://infam.antville.org/static/infam/files/theimmaterial.mp3</a><br />
Nachdem Sie diese kurzen Sekunden gehört haben, werden Sie sicher mit mir einig gehen, dass das Zitat von Lord Cuttler Beckett, dem Boss der East India Trading Company, richtigerweise heissen muss: &#8220;The immatierial has become&#8230; immaterial.&#8221; Auch das letztlich eine Leistung der Aufklärung. Was bedeutet dies aber nun für Ihre Argumentation? Was ist die Differenz zwischen Unrealem und Immateriellem? Sie sagen, ausgehend von dem Zitat, wie Sie sich daran erinnern, &#8220;das Irreale wird immer realer&#8221;. Ausgehende vom richtigen Wortlaut, wären Sie da auch zum Schluss gekommen, das Immaterielle werde immer materieller? Vielleicht. Das Handy ist ja dafür ebenfalls ein Beispiel. Es ist die Material gewordene Kommunikation, die eigentlich immateriell war, bis zum Auftauchen technischer Hilfsmittel dafür. Was aber &#8211; vor der Schrift usw. &#8211; doch schon recht lang her ist. Das Immaterielle wird immer materieller: Vielleicht eine andere Ausdrucksweise für &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Verdinglichung" rel="nofollow">Verdinglichung</a>&#8220;. Man wird sehen&#8230;</p>
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