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	<title>Pantalones Poetik &#187; Literaturbetrieb</title>
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		<title>Die Schmöker werden das Medium wechseln</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 23:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Literaturbetrieb]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor zwei Jahren erhielt Pantalone von seinen Kindern ein äusserst nachhaltiges Weihnachtsgeschenk, einen IPod Nano. Im ersten Jahr hörte er damit viel Musik. Er erwarb im iTunes-Store all diese alten Platten, die er früher so liebte, und die er viel zu selten hörte und nicht besass, weil Platten selten, schwer zu finden und sauteuer waren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor zwei Jahren erhielt Pantalone von seinen Kindern ein äusserst nachhaltiges Weihnachtsgeschenk, einen IPod Nano. Im ersten Jahr hörte er damit viel Musik. Er erwarb im iTunes-Store all diese alten Platten, die er früher so liebte, und die er viel zu selten hörte und nicht besass, weil Platten selten, schwer zu finden und sauteuer waren. Nun hatte er das alles in dem kleinen Schmuckstück, das er stets an einem Halsband trug: Creedence Clearwater Revival, Janis Joplin, Deep Purple, Bob Dylan, Canned Heat, The Dubliners, Peter Paul and Mary oder Alan Stivell. Alles war immer verfügbar. Aber irgendwie verlor die Musik &#8211; vielleicht durch diese leichte Verfügbarkeit &#8211; das existenziell Erotische.<span id="more-675"></span></p>
<p>Im letzten November dann, entdeckte Pantalone Download-Audiobooks für den iPod. Und jetzt hat er Bilanz gezogen: er hat innerhalb eines Jahres 35 vorgelesene Bücher herunter geladen mit einer Hördauer von 250 Stunden und er hat dafür etwa 350 Euro bezahlt. Das heisst: Pantalones Medienverhalten hat sich schlagartig und grundlegend verändert. Der iPod mit den Audiobooks ist zu Pantalones meistgenutztem Medium geworden, hat Fernsehen, Radio, Printmedien und Bücher überholt. Die Ausgaben, die er dafür tätigt, sind höher als die Abonnementskosten einer Tageszeitung. Und Pantalone hat die Audiobooks ausnahmslos alle bis zum Schluss angehört. &#8211; Was macht die Audiobooks so attraktiv: Sie sind jederzeit verfügbar (Download), sie sind handlich (sozusagen Körperlos) und lassen sich in einem kleinen Schmuckstück herumtragen (iPod), sie strengen die (ach so bildschirmstrapazierten) Augen nicht an, und sie sind kostengünstig.</p>
<p>Pantalone hörte Sachbücher: Zum Beispiel 21 Stunden Bill Brysons &#8220;Eine kurze Geschichte von fast allem&#8221;. &#8211; Aber er hörte vor allem Fiktion. Klassiker: Theodor Fontanes &#8220;Effi Briest&#8221; (22 Std.), Jules Vernes &#8220;Reise zum Mittelpunkt der Erde&#8221; (7 Std.); dicke Schmöcker: Frank Schätzings &#8220;Schwarm) (12 Std.), Edward Rutherfurds &#8220;The Rebels of Ireland&#8221; (30 Std.), von Ken Follett &#8220;Die Leopardin&#8221; (17 Std.) und &#8220;Die Säulen der Erde&#8221; (14 Std.); natürlich auch Charlotte Roches &#8220;Feuchtgebiete&#8221; (6 Std., von der Autorin selbst gelesen). Die absoluten Höhepunkte waren: Adiga Aravinds &#8220;Der weisse Tiger&#8221; (7 Std.) und &#8220;Die Nacht ist aus Tinte gemacht&#8221; von und mit Herta Müller (2 Std.).</p>
<p>Geschichten hören wurde für Pantalone wieder existenziell-erotisch, wie damals, als man mit 14, 15 Jahren Bücher verschlang. Pantalone sieht &#8211; zumindest im Fiction-Bereich &#8211; eine rosige Zukunft für Audiobooks, eine rosigere als für die vieldiskutierten elektronischen Lesegeräte. Da wird viel Geld fliessen. Und es wird wahrscheinlich in wenige Taschen fliessen: Pantalone bezieht seine Audiobooks von <a href="http://www.audible.de" target="_blank">www.audible.de</a>, einem mehrsprachigen Online-Laden, in dem jedes Audiobook &#8211; egal ob 2 oder 30 Stunden lang &#8211; 9 Euro 90 kostet &#8230; wenn man ein Abonnement abschliesst, mit dem man sich verpflichtet, monatlich 1 Audiobook zu beziehen (monatlich kündbar). www.audible.de hat den Vertrieb der Audiobooks international fest im Griff, und die Plattform gehört seit ein paar Monaten Amazon. Das ist ein virtueller Laden für die ganze Welt. Da muss die Konkurrenz sich etwas einfallen lassen.</p>
<p>DAS BUCH wird darob nicht untergehen, vieles muss man genau lesen und memorieren, und es gibt schöne Bilder, und es gibt das Taktile undsoweiter &#8230; aber die Schmöker werden das Medium wechseln. Pantalone ist überzeugt, dass sich das Download-Audiobook im Fiction-Bereich erdrutschartig durchsetzen wird, wenn der Zugang noch etwas einfacher wird oder wenn sich das Publikum an das &#8220;Downloaden&#8221; gewöhnt.</p>
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		<title>Die Bücher entstehen aus dem Literaturbetrieb</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jan 2009 22:20:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Literaturbetrieb]]></category>
		<category><![CDATA[Orte]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Gestern las Pantalone, das menschliche Hirn bestehe aus Zentren, die durch eine astronomische Zahl (vgl. heute überall publizierte Karte unserer Galaxie) von Verbindungen miteinander vernetzt seien. Er las es bei Richard M. Restak: Mozart&#8217;s Brain and the Fighter Pilot: Unleashing Your Brain&#8217;s Potential. Restak findet, und er scheint damit nicht allein zu sein, dass die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern las Pantalone, das menschliche Hirn bestehe aus Zentren, die durch eine astronomische Zahl (vgl. heute überall publizierte <a href="http://idw-online.de/pages/de/news295236" target="_blank">Karte unserer Galaxie</a>) von Verbindungen miteinander vernetzt seien. <span id="more-523"></span></p>
<p>Er las es bei Richard M. Restak: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0609810057?ie=UTF8&amp;tag=textundmedia-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=0609810057">Mozart&#8217;s Brain and the Fighter Pilot: Unleashing Your Brain&#8217;s Potential</a><img style="border:none !important; margin:0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=textundmedia-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=0609810057" border="0" alt="" width="1" height="1" />. Restak findet, und er scheint damit nicht allein zu sein, dass die Vernetzung das Entscheidende sei, nicht die vernetzten Zentren. Die Struktur, nicht der Inhalt. INHALT ist nur Information, VERNETZUNG ist Wissen und letztlich sogar Weisheit.</p>
<p>Das gab Pantalone wieder einmal zu denken: Vor lauter Netz scheint der Inhalt zu entstehen. Und nicht vor lauter Inhalt das Netz. Pantalone fragt sich, wo denn die Begriffe sind, ohne die man ja nichts begreifen kann? Sind sie vernetzte Punkte? Wie sieht ein Begriffspunkt aus? Wie ein Begriffspixel?</p>
<p>Pantalone denkt daran, dass der Wohlstand merkwürdigerweise nicht aus der Nahrungsmittelproduktion sondern erst durch die Logistik entsteht. Und er erinnert sich an jenen schauerlichen Moment, als er erkannte, dass die Zahl der Texte mit tausend Zeichen endlich ist. Es sind etwa 1000 hoch 30 Texte. Das ist zugegebenermassen viel. Aber es ist nicht unendlich. Und in diesen 1000 hoch 30 Texten ist jeder Tatbestand, der sich mit 1000 Zeichen beschreiben lässt, enthalten, alle historischen und künftigen Ereignisse, alles Reale und alles Denkbare. Das ist also eine Struktur, die alle möglichen Inhalte enthält. Gibt es einen Inhalt, der alle möglichen Strukturen enthält? Die Struktur scheint dem Inhalt tatsächlich übergeordnet zu sein.</p>
<p>Schwierig. Zugegeben. In 1000 Zeichen kaum zu beschreiben. Aber es hilft Pantalone, mit Restak mitzudenken. Einfach immer schön assoziieren, sagt Restak, das hält das Hirn jung. Okay: Wie merkt man sich Restak? &#8211; Man hängt&#8217;s an die KATSE und liest es R-ückwärts.</p>
<p>Aber das eigentliche Aha-Erlebnis hatte Pantalone am Abend: Er war eingeladen ins Basler <a href="http://www.literaturhaus-basel.ch/" target="_blank">Literaturhaus</a>, es trafen sich auf Initiative der neuen Leiterin Katrin Eckert die einheimischen LiteratInnen. &#8211; Gute Idee, danke! &#8211; Grosse Namen waren da (Jürg Laederach) und grosse Menschen (Wolfgang Bortlik) und mittlere und kleinere. Und viel Literaturbetrieb. (Obwohl andererseits auch wieder viele fehlten!) Worauf Pantalone hinaus will: Da sind Bücher, da sind Menschen und da ist ein Literaturbetrieb. Den BETRIEB haben wir gespürt, die MENSCHEN haben wir teilweise ein wenig kennen gelernt, aber die BÜCHER kennen wir nicht.</p>
<p>Wir dachten, der Literaturbetrieb entstehe aus den Büchern (und aus ihren [grossartigen] Inhalten), aber es ist umgekehrt, die Bücher entstehen aus dem Literaturbetrieb. &#8211; Es schleckt&#8217;s keine Geiss weg, Pantalone ist jetzt fast überzeugt: Der Inhalt entsteht aus der Struktur &#8230;</p>
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		<title>Bocaine 2008</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Jan 2009 01:12:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktuell]]></category>
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		<category><![CDATA[Literaturbetrieb]]></category>

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		<description><![CDATA[Pantalone hat Doc S. den kleinen Finger gereicht, jetzt will er natürlich die ganze Hand: Hat auch Vorteile, muss Pantalone nicht schreiben. Zum Beispiel über www.pantalone.com: sterben ohne Sorgen. Apropos sterben: Haben Sie die Nachrufe auf Johannes Mario Simmel gesehen? Die Kritiker unterhalten sich allen Ernstes immer noch über ernste und unterhaltende Literatur. Pantalone hat [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pantalone hat Doc S. den kleinen Finger gereicht, jetzt will er natürlich die ganze Hand: Hat auch Vorteile, muss Pantalone nicht schreiben. Zum Beispiel über <a href="http://www.pantalone.com" target="_blank">www.pantalone.com</a>: sterben ohne Sorgen. Apropos sterben: Haben Sie die Nachrufe auf Johannes Mario Simmel gesehen? Die Kritiker unterhalten sich allen Ernstes immer noch über ernste und unterhaltende Literatur. Pantalone hat JMS immer sehr gern gelesen, ihn dann aber vor etwa vierzig Jahren aus den Augen verloren. Pantalone hat viel bei JMS gelernt, sehr gut gefielen ihm die erotischen Szenen, das war früher noch was. E- und U-Literatur, diese Sorgen möchte Pantalone mal haben. Apropos Sorgen: <em>Doc S. and the Hill Billies</em> mit ihrem Jahresrückblick in 72 Sekunden: <em>Bocain 2008</em></p>

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