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	<title>Pantalones Poetik &#187; Medien</title>
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		<title>Missionar in seichtem Gewässer</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Dec 2009 15:48:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Charles Lewinsky: Pantalone wusste schon lange, dass er einer der besten Stilisten und Pointensetzer in Venedig ist. Misstrauisch machte aber die Tatsache, dass er sich gern in sehr seichten Gewässern tummelte (Er schrieb Sitcoms: &#8220;Fascht e Familie&#8221; unter anderem) und dass er eine Schlüsselfigur in der Zürcher Unterhaltungs-Oligarchie war. Aber er schrieb auch &#8220;Melnitz&#8221;. Als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Charles Lewinsky: Pantalone wusste schon lange, dass er einer der besten Stilisten und Pointensetzer in Venedig ist. Misstrauisch machte aber die Tatsache, <span id="more-683"></span>dass er sich gern in sehr seichten Gewässern tummelte (Er schrieb Sitcoms: &#8220;Fascht e Familie&#8221; unter anderem) und dass er eine Schlüsselfigur in der Zürcher Unterhaltungs-Oligarchie war. Aber er schrieb auch &#8220;Melnitz&#8221;. Als er, bejubelt von Roger Köppel, einen Fortsetzungsroman für die Weltwoche zu schreiben begann, liess ihn Pantalone definitiv geistig fallen.</p>
<p>Nun ist er wieder ganz oben in Pantalones Achtung! -  Mit seinem Essay im Tages-Anzeiger <a href="http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Jetzt-muessen-wir-sogar-Koeppels-triumphierende-Ironie-schlucken/story/10202730" target="_blank">(&#8220;Ein Gespenst geht um in der Schweiz. Das Gespenst heisst Eidenbenz&#8221;</a>) vom 3. Dezember verdient er sich den Silbernen Pantalone mit Meerblick. Er hat in diesem Text ein grosses Coming-out: Er schrieb diesen Fortsetzungsroman &#8220;Doppelpass&#8221; mit dem Populismusopfer Eidenbenz für die Weltwoche in missionarischer Absicht, weil er sie für das Leibblatt aller Populismusopfer hält, und den Verleger und Chefredaktor Roger Köppel für ihren Oberdemagogen. Im Tages-Anzeiger greift Lewinsky seinen Verehrer Köppel frontal an. Wir warten gespannt auf die Replik.</p>
<p>Pantalone hofft, Andreas Thiel (mit seiner mageren Weltwoche-Kolumne), Beat Schlatter (mit seinem peinlichen Auftritt für Schweizer Fleisch) und Massimo Rocchi (mit seiner Rettungskampagne für Cablecom) führen Ähnliches im Schilde.</p>
<p>Aber nun wird Pantalone schon wieder nachdenklich: Ist dieser Essay womöglich nur eine hinterhältige Werbekampagne für Lewinskys Fortsetzungsroman &#8220;Doppelpass&#8221;, der in diesen Tagen auf den Markt kommt? &#8211; 57.45 Prozent finden den Roman wegen der Weltwoche gut, und die restlichen 42.55 Prozent nun wegen dieses Essays? &#8211; Nein, wir lassen Lewinsky den silbernen Pantalone und denken diesen Gedanken nicht zu Ende.</p>
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		<title>Die Schmöker werden das Medium wechseln</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 23:23:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor zwei Jahren erhielt Pantalone von seinen Kindern ein äusserst nachhaltiges Weihnachtsgeschenk, einen IPod Nano. Im ersten Jahr hörte er damit viel Musik. Er erwarb im iTunes-Store all diese alten Platten, die er früher so liebte, und die er viel zu selten hörte und nicht besass, weil Platten selten, schwer zu finden und sauteuer waren. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vor zwei Jahren erhielt Pantalone von seinen Kindern ein äusserst nachhaltiges Weihnachtsgeschenk, einen IPod Nano. Im ersten Jahr hörte er damit viel Musik. Er erwarb im iTunes-Store all diese alten Platten, die er früher so liebte, und die er viel zu selten hörte und nicht besass, weil Platten selten, schwer zu finden und sauteuer waren. Nun hatte er das alles in dem kleinen Schmuckstück, das er stets an einem Halsband trug: Creedence Clearwater Revival, Janis Joplin, Deep Purple, Bob Dylan, Canned Heat, The Dubliners, Peter Paul and Mary oder Alan Stivell. Alles war immer verfügbar. Aber irgendwie verlor die Musik &#8211; vielleicht durch diese leichte Verfügbarkeit &#8211; das existenziell Erotische.<span id="more-675"></span></p>
<p>Im letzten November dann, entdeckte Pantalone Download-Audiobooks für den iPod. Und jetzt hat er Bilanz gezogen: er hat innerhalb eines Jahres 35 vorgelesene Bücher herunter geladen mit einer Hördauer von 250 Stunden und er hat dafür etwa 350 Euro bezahlt. Das heisst: Pantalones Medienverhalten hat sich schlagartig und grundlegend verändert. Der iPod mit den Audiobooks ist zu Pantalones meistgenutztem Medium geworden, hat Fernsehen, Radio, Printmedien und Bücher überholt. Die Ausgaben, die er dafür tätigt, sind höher als die Abonnementskosten einer Tageszeitung. Und Pantalone hat die Audiobooks ausnahmslos alle bis zum Schluss angehört. &#8211; Was macht die Audiobooks so attraktiv: Sie sind jederzeit verfügbar (Download), sie sind handlich (sozusagen Körperlos) und lassen sich in einem kleinen Schmuckstück herumtragen (iPod), sie strengen die (ach so bildschirmstrapazierten) Augen nicht an, und sie sind kostengünstig.</p>
<p>Pantalone hörte Sachbücher: Zum Beispiel 21 Stunden Bill Brysons &#8220;Eine kurze Geschichte von fast allem&#8221;. &#8211; Aber er hörte vor allem Fiktion. Klassiker: Theodor Fontanes &#8220;Effi Briest&#8221; (22 Std.), Jules Vernes &#8220;Reise zum Mittelpunkt der Erde&#8221; (7 Std.); dicke Schmöcker: Frank Schätzings &#8220;Schwarm) (12 Std.), Edward Rutherfurds &#8220;The Rebels of Ireland&#8221; (30 Std.), von Ken Follett &#8220;Die Leopardin&#8221; (17 Std.) und &#8220;Die Säulen der Erde&#8221; (14 Std.); natürlich auch Charlotte Roches &#8220;Feuchtgebiete&#8221; (6 Std., von der Autorin selbst gelesen). Die absoluten Höhepunkte waren: Adiga Aravinds &#8220;Der weisse Tiger&#8221; (7 Std.) und &#8220;Die Nacht ist aus Tinte gemacht&#8221; von und mit Herta Müller (2 Std.).</p>
<p>Geschichten hören wurde für Pantalone wieder existenziell-erotisch, wie damals, als man mit 14, 15 Jahren Bücher verschlang. Pantalone sieht &#8211; zumindest im Fiction-Bereich &#8211; eine rosige Zukunft für Audiobooks, eine rosigere als für die vieldiskutierten elektronischen Lesegeräte. Da wird viel Geld fliessen. Und es wird wahrscheinlich in wenige Taschen fliessen: Pantalone bezieht seine Audiobooks von <a href="http://www.audible.de" target="_blank">www.audible.de</a>, einem mehrsprachigen Online-Laden, in dem jedes Audiobook &#8211; egal ob 2 oder 30 Stunden lang &#8211; 9 Euro 90 kostet &#8230; wenn man ein Abonnement abschliesst, mit dem man sich verpflichtet, monatlich 1 Audiobook zu beziehen (monatlich kündbar). www.audible.de hat den Vertrieb der Audiobooks international fest im Griff, und die Plattform gehört seit ein paar Monaten Amazon. Das ist ein virtueller Laden für die ganze Welt. Da muss die Konkurrenz sich etwas einfallen lassen.</p>
<p>DAS BUCH wird darob nicht untergehen, vieles muss man genau lesen und memorieren, und es gibt schöne Bilder, und es gibt das Taktile undsoweiter &#8230; aber die Schmöker werden das Medium wechseln. Pantalone ist überzeugt, dass sich das Download-Audiobook im Fiction-Bereich erdrutschartig durchsetzen wird, wenn der Zugang noch etwas einfacher wird oder wenn sich das Publikum an das &#8220;Downloaden&#8221; gewöhnt.</p>
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		<title>Hurra! Der Doktor Stutz ist wieder da.</title>
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		<pubDate>Sat, 08 Nov 2008 17:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Probleme]]></category>

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		<description><![CDATA[Leute, die Schulhäuser bauen oder planen wollen, gehen zu Stücki. Pantalone macht sich da keine Illusionen und verfolgt keine me-too-Strategien. Er braucht andere heftige Themen. Der Beitrag letzte Woche über Beda M. Stadler hat ganz gute Quote gemacht. Weshalb? Stadler? Evolution? Schildkröten? Harndrang? Pantalone denkt, es war der Harndrang. Anschlussthema verzweifelt gesucht! Zum Glück traf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_463" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/drmueller.jpg"><img class="size-full wp-image-463 " title="drmueller" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/drmueller.jpg" alt="Doktor Müller" width="250" height="340" /></a><p class="wp-caption-text">Doktor Müller (Quelle: Sprechstunde Doktor Stutz)</p></div>
<p>Leute, die Schulhäuser bauen oder planen wollen, gehen zu Stücki. Pantalone macht sich da keine Illusionen und verfolgt keine me-too-Strategien. Er braucht andere heftige Themen. Der Beitrag letzte Woche über Beda M. Stadler hat ganz gute Quote gemacht. Weshalb? Stadler? Evolution? Schildkröten? Harndrang? Pantalone denkt, es war der Harndrang. Anschlussthema verzweifelt gesucht! Zum Glück traf Pantalone im Arcadia einen alten Freund und Realsatiriker: Dr. med. Samuel Stutz. <span id="more-462"></span></p>
<p>Also nicht persönlich, natürlich. Sie erinnern sich sicher, Doktor Stutz präsentierte früher die Ringier-Sendung <em>Gesundheit Sprechstunde</em>. Jetzt ziert sein Konterfei das Editorial einer eigenen, neuen Zeitschrift mit dem extrem innovativen Titel <em>Sprechstunde Doktor Stutz</em>.</p>
<p>Da kommt bei Pantalone Freude auf. Gebannt sass er einst vor dem Fernseher, wenn Doktor Stutz die geladenen Ärzte in ihre Schranken wies und sein unermessliches Wissen ausbreitete; und wenn er sensibel seine vergelsterten Muster-Patienten vorführte, und wenn er mit erhobenem Zeigefinger gegen Völlerei, Trunksucht und Nikotin-Benebelung wetterte; und sein stets freundschaftliches Verhältnis mit den Sponsoren. Kurz: ein richtiger Halbgott in Weiss. Und dann doch wieder so menschlich: immer an seinen Notizblättern klebend, bewusst auf ganze Sätze verzichtend und manchmal sogar richtiggehend stotternd.</p>
<p>Unvergesslich auch das Inserat im Media Trend Journal: Doktor Stutz, im weissen Kittel, ernst schauend, mit Rezeptblock: &#8220;Ich verschreibe Ihnen Werbung in der Zeitschrift Gesundheit Sprechstunde&#8221;. Und nun die neue, eigene, dicke Zeitschrift (Auflage: 400&#8217;000 Expl.!). Pantalone liest mit grossem Interesse den Artikel über Analhygiene: Titel: <em>Bitte nicht schrubben!</em>, Klopapier (auch weiches) bringt nichts, Feuchttüchlein bringen schon gar nichts. Das einzig empfehlenswerte ist das Duschklo. Neben dem Foto des blitzsauberen Dr. Andreas Müller, mit Latexhandschuhen und ausgestrecktem &#8211; nein, nicht Arschfinger &#8211; Zeigefinger natürlich, ein halbseitiges Inserat der Firma Geberit, wo man die Duschklos gleich bestellen kann.</p>
<p>Pantalone besucht die Homepage der Firma und errechnet, dass er in seine Analhygiene 6&#8217;000 bis 25&#8217;000 Franken investieren müsste. Inserate für Hakle (deinem Po zuliebe!) oder für Feuchttüchlein (z.B.: mit Kamille für die milde Intimhygiene) hätten Doktor Stutz und Doktor Müller sicher empört abgelehnt. Sie wären ja gezwungen gewesen, den Artikel völlig neu zu schreiben.</p>
<p>Es stellt sich die schwierige Frage: War zuerst der Artikel oder zuerst das Inserat? Lesen wir hier State-of-the-art oder State-of-the-Markt? Diese Frage wird wohl offen bleiben. Was Pantalone allerdings mit Sicherheit sagen kann: Die neue Zeitschrift würde sich inhaltlich hervorragend für die Analhygiene eignen, formal leider nicht, weil das Papier zwar extrem geduldig, aber überhaupt nicht saugfähig ist. Da loben wir uns die gute alte NZZ (Ausschliesslich formal natürlich).</p>
<p>P.S.: Die Firma Geberit ist überhaupt sehr rührig, im Punkt CH wurde am Donnerstag über eine Umfrage dieser Firma zum Thema Analhygiene berichtet: 80% der SchweizerInnen benutzen offenbar wohlriechende Feuchttüchlein. Pantalone machte ebenfalls eine kleine Umfrage. Das verblüffende Ergebnis: annähernd 100% benutzen Klopapier, 37% schrubben sogar gelegentlich. Wenn das Doktor Stutz und Doktor Müller wüssten!</p>
<p>P.S. 2: Schöne Nachricht für alle Doktor Stutz-Fans am Schluss: <a href="http://www.doktorstutz.ch" target="_blank">Hier kann man die ganze Zeitschrift online durchblättern</a> und als PDF-herunterladen. &#8211; PDFs sind allerdings für die Analhygiene auf gar keinen Fall zu empfehlen. Viel zu virtuell! sagt Doktor Müller.</p>
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		<title>Das Menschentier</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Feb 2008 00:03:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Dies ist Pantalones 50. Beitrag, er wird dafür ein klein wenig ausschweifend: Die Ansprüche an das Menschentier sind gross und werden immer grösser. Früher genügte der gelegentliche Griff ans Portemonaie, um sich zu überzeugen, dass noch alles da war. Heute hat Pantalone ein ganzes Netzwerk an Hilfsmitteln und Prothesen zu kontrollieren: Wo sind die Brillen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img align="left" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2008/02/netz01.jpg" alt="netz01.jpg" />Dies ist Pantalones 50. Beitrag, er wird dafür ein klein wenig ausschweifend:</p>
<p>Die Ansprüche an das Menschentier sind gross und werden immer grösser. Früher genügte der gelegentliche Griff ans Portemonaie, um sich zu überzeugen, dass noch alles da war. Heute hat Pantalone ein ganzes Netzwerk an Hilfsmitteln und Prothesen zu kontrollieren: Wo sind die Brillen (Mehrzahl!)? Wo sind die Schlüssel (sie öffnen viele Türen)? Sind noch alle Bank, Post, Kredit und Kundenkarten am richtigen Ort?</p>
<p>Wo ist das Handy (Werden schon unter Pantalones Namen und auf seine Rechnung Drogen verschoben)? Wo ist der I-Pod (Sind die aktuellen Podcasts heruntergeladen)? Ist alles versichert? Wie steht es mit Telefonie, Internet, TV und Radio? Was gibt es Neues, was gibt es Günstiges? – Und der Weblog schreit nach dem 50. Beitrag!</p>
<p><span id="more-221"></span>Pantalone lässt ihn schreien und liest <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Teilhard_de_Chardin">Teilhard de Chardin </a>(1881 bis 1955), den Jesuiten und Biologen, der darüber nachdachte, wie man die Konzepte der Schöpfung und der Evolution gleichberechtigt nebeneinander gelten lassen könnte. In seinem Text Die Hominisation aus dem Jahr 1925 schreibt er:</p>
<p>„Während wir die Strassen, die Eisenbahnen und das Flugzeug, die Presse, den Rundfunk entwickeln, glauben wir, uns nur zu unterhalten, nur unseren Geschäften nachzugehen oder nur Ideen zu verbreiten [...] In Wirklichkeit [...] setzen wir ganz einfach auf einer höheren Ebene und mit anderen Mitteln die unterbrochene Arbeit der biologischen Evolution fort.“</p>
<p>Grundlage für diese Entwicklung sind für Teilhard zwei typische Eigenschaften des Menschentiers, die Reflexion und die Konspiration. Reflexion ist „die Fähigkeit, die jedes menschliche Bewusstsein besitzt, sich auf sich selbst zurückzuwenden, um die Bedingungen und den Mechanismus seines Tuns zu erkennen“.</p>
<p>Konspiration [Einwurf P.: heruntergekommenes Wort, das eigentlich „zusammen atmen“ heisst] ist die Fähigkeit der verschiedenen, in der Gruppe zusammengefassten Bewusstheiten, sich zusammenzuschliessen (durch Sprache und tausend andere, dunklere Bande), derart, dass sie ein einziges Ganzes bildet, in dem in reflektierter Weise jedes Element sich seiner Angliederung an alle anderen bewusst ist.“</p>
<p>Heute sehen wir noch viel deutlicher: die kleinen Menschentiere wachsen zusammen zu einem grossen Menschentier. Die Vernetzung, der Aktionsradius und die Verantwortung des Einzelnen wächst ins Unermessliche. Einerseits. Andererseits kann man sich auch manchmal geborgen und getragen fühlen, als Teil des grossen Menschentiers.</p>
<p>Foto: Spinnennetz mit Tau von<br />
<a target="_blank" href="http://www.familieforberg.de/index.html"><img src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2008/02/banner_familieforberg.gif" alt="banner_familieforberg.gif" /></a></p>
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		<title>Das ganz reale Irreale</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jun 2007 21:57:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
				<category><![CDATA[gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Virtualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Pantalone hat Pirates of the Caribbean III gesehen. Über Pirates II hat er damals in Helsinki geschrieben. Vieles wurde damals schon gesagt. Nicht erwähnt hat Pantalone, dass er den Film fünf Minuten vor Schluss auf Grund eines dringlichen Bedürfnisses verlassen musste. Er wollte damals noch nicht darüber schreiben, die Panik sass ihm noch zu tief [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2007/06/piraten1.jpg" alt="piraten1.jpg" /> Pantalone hat Pirates of the Caribbean III gesehen. Über <a href="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/?p=34">Pirates II </a>hat er damals in Helsinki geschrieben. Vieles wurde damals schon gesagt. Nicht erwähnt hat Pantalone, dass er den Film fünf Minuten vor Schluss auf Grund eines dringlichen Bedürfnisses verlassen musste. <span id="more-158"></span></p>
<p>Er wollte damals noch nicht darüber schreiben, die Panik sass ihm noch zu tief im Nacken. In diesen modernen Kinopalästen gibt es ja keine Pausen mehr, weil die Sweets und die riesigen Getränkebecher (!) vor der Vorstellung in supermarktähnlichen Eingangshallen verkauft werden. Damit kann Leinwandzeit gespart werden. In Helsinki haben sie auch Klozeit gespart, denn es war abgeschlossen. Pantalone irrte im Filmpalast umher, fand nirgends ein offenes Klo und keine Menschenseele, und es dauerte nicht lange, da waren auch alle Aussentüren verschlossen. Schlussendlich liess sich eine von innen entriegeln und Pantalone enteilte in Richtung Hotel. Schaffte er es rechtzeitig in sein Hotelzimmer? Fand er eine <a href="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/?p=148">andere Lösung </a>für sein Problem? Sie werden es in seinem Bericht über Pirates of the Carribean IV erfahren.</p>
<p>Aber was sagt Pantalone nun über <a href="http://www.disney.de/DisneyKinofilme/pirates3/index_main_de.html" target="_blank">Pirates III</a>? Zu allererst möchte er Keith Richard einen eisernen Pantalone mit Gichtfinger überreichen für seine ausserordentlich glaubwürdige Darstellung des Piraten-Paten. Und dann gefielen ihm viele Dinge. Am besten aber ein Satz von Lord Cuttler Beckett, dem Boss der East India Trading Company. Beckett versucht die Piratengespenster zu bannen, indem er ihnen erklärt: &#8220;the irreal is &#8230; irreal.&#8221; &#8211; Das Unreale zum Unrealen machen, daran hat die Aufklärung einige Jahrhunderte lang mehr oder weniger erfolgreich gearbeitet. Heute geht&#8217;s wieder rasant in die andere Richtung. Das Irreale wird immer realer. Man sehe sich nur mal Pirates III an.</p>
<p><img src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2007/06/virgin_diaries2.jpg" alt="virgin_diaries2.jpg" /></p>
<p>Aber die These lässt sich auch anderweitig belegen: Früher machte man kindliche und jugendliche Erfahrungen im Diesseits, heute holt man sie sich von jenseits der Mattscheibe. Früher gab es Doktorspiele im Unterholz und intime Gespräche unter Freundinnen. Heute begutachtet man bei <a href="http://www.mtv.com/" target="_blank">MTV </a>die Po-Backen von Stars und man sieht <a href="http://www.viva.tv/TV/ShowDetail/id/1328809" target="_blank">Virgin Diaries </a>bei VIVA.</p>
<p>Und wenn wir schon bei diesen TV-Sendern sind: Sehen Sie sich die Werbung an. Sie besteht zu einem beachtlichen Teil aus Verkaufsterror &#8211; von Werbung kann man nicht mehr sprechen &#8211; für Handy-Hirngespinste. Hier erhält man für reales Geld ein irreales Nichts. Nichts bestellen ist extrem cool, und wer einmal bestellt hat, ist Nichts-Abonnent und kann sich kaum mehr aus den Fangarmen des &#8220;Kraken&#8221; befreien. Pantalone wird da ganz pathetisch und missionarisch.</p>
<p>Becketts <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/British_East_India_Company" target="_blank">East India Company </a>war eine mächtige Organisation, die vor 300 Jahren die Welt beherrschte. Sie handelte vorwiegend mit Realitäten (und ein wenig mit Opium). Heute beherrschen mächtige Organisationen die Welt, die mit Irrealitäten handeln. Pantalone staunte schon, als die Mobiltelefone aufkamen: Vorher war miteinander reden gratis. Und heute lebt dieses ganze Unterhaltungs- und Mediensystem vom Handel mit Irrealitäten. Nichts gegen Filme oder Musikstücke, das sind für Pantalone auch Realitäten, aber was sind Klingeltöne? &#8211; Nichts, oder?</p>
<p>Womit Pantalone nicht sagen will, es gäbe heute nicht auch mächtige Organisationen, die mit Realitäten handeln, mit Erdöl, mit Nahrungsmitteln, mit Wasser. Vorderhand noch frei sind die Luft und die Gedanken &#8230; Synonyme für Nichts und Irrealitäten.</p>
<p>Ein anderer Aspekt der Piraten: Sie überschwemmen unsere Kinos, wie die Nacktschnecken die Gärten. Sie greifen Platz und verdrängen viele andere gute Sachen.</p>
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		<title>Chill-Out I &#8211; Kleine Krimis</title>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2007 12:05:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Krimis]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Probleme]]></category>

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		<description><![CDATA[Pantalone hatte Stress in letzter Zeit. Zuviel Arbeit, von morgens neun bis nachts um zwölf. Als Chill-Out sah er sich immer um Mitternacht einen kleinen Krimi an, die hatten sich auf dem Harddisk-Rekorder angesammelt: Der Alte, Ein Fall für Zwei, Siska. Nach diesen kleinen Krimis war Pantalones Welt jeweils in Ordnung und er konnte sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2007/05/derrick.jpg" title="derrick"></a><a href="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2007/05/derrick.jpg" title="derrick"></a><a href="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/?p=134"></a></p>
<p style="text-align: center"><img src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2007/05/derrick.jpg" alt="derrick" title="derrick" /></p>
<p>Pantalone hatte Stress in letzter Zeit. Zuviel Arbeit, von morgens neun bis nachts um zwölf. Als Chill-Out sah er sich immer um Mitternacht einen kleinen Krimi an,</p>
<p><span id="more-150"></span>die hatten sich auf dem <a href="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/?p=134">Harddisk-Rekorder </a>angesammelt: <em>Der Alte</em>, <em>Ein Fall für Zwei</em>, <em>Siska</em>. Nach diesen kleinen Krimis war Pantalones Welt jeweils in Ordnung und er konnte sich schlafen legen.</p>
<p>Das sind alles pantalonische Krimis, beim Alten sagt’s schon der Name, Matula ist ein pantalonisches Prachtstück und Herbert Reinecker, der Pantalone unter den deutschen Krimiautoren, ist geistiger Vater von Siska. Und somit ist Siska der geistige Nachzügler-Bruder von Derrick, dem unbestritten der goldene Krimi-Pantalone gebührt.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Hat das halbe Schweizer Kader innerlich gekündigt?</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Nov 2006 00:19:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
				<category><![CDATA[gelesen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Kadermarkt der Schweiz, &#8220;Alpha&#8221;, hat eine Umfrage zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz gemacht. Gemäss dieser Umfrage hat die Hälfte der Schweizer Kadermitarbeiterinnen und Kadermitarbeiter innerlich gekündigt. &#8211; Schock durchs Zwerchfell! 9 Prozent haben ihre Traumstelle, 31 Prozent leben mit schwankender Arbeitsmotivation, 8 Prozent erledigen Dienst nach Vorschrift, und: 53 Prozent haben innerlich gekündigt. Pantalone hat sich auch schon gedacht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="center"><img id="image133" title="lachsfarben" alt="lachsfarben" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/11/lachsfarben.jpg" /></p>
<p>Der Kadermarkt der Schweiz, &#8220;Alpha&#8221;, hat eine Umfrage zur Zufriedenheit am Arbeitsplatz gemacht. Gemäss dieser Umfrage hat die Hälfte der Schweizer Kadermitarbeiterinnen und Kadermitarbeiter innerlich gekündigt. &#8211; Schock durchs Zwerchfell!</p>
<p><span id="more-132"></span>9 Prozent haben ihre Traumstelle, 31 Prozent leben mit schwankender Arbeitsmotivation, 8 Prozent erledigen Dienst nach Vorschrift, und: 53 Prozent haben innerlich gekündigt. Pantalone hat sich auch schon gedacht, dass viele Leute ziemlich unzufrieden aussehen. Aber wenn wirklich unser halbes Kader innerlich gekündigt hat, dann GUTE NACHT!</p>
<p>Zum Glück müssen wir das nicht so ernst nehmen: Wir haben es mit einer Online-Umfrage zu tun, die vom Stellenbund des Tages-Anzeigers und der Sonntagszeitung durchgeführt wurde. Teilgenommen haben also wahrscheinlich vor allem Stellensuchende. Der Anteil innerlich Gekündigter dürfte bei Stellensuchenden höher sein, als bei solchen, die keine Stellenanzeiger ansehen. Wir wissen auch nicht, wieviele Personen bei der Umfrage teilgenommen haben; wie repräsentativ sie ist.</p>
<p>Also: Ein kleines, schockierendes Stück Information auf dem Deckblatt eines Stellenbundes mit einer Auflage von einer knappen halben Million Exemplaren. Interessant, aber ohne <a href="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/?p=130">Relevanz</a>.</p>
<p>Ähnlich sind ja die kleinen Artikel, die am Anfang jeden Alphas stehen, verfasst von Beratern verschiedener Glaubensrichtungen. Auch diese Informationsstücke sind aufgrund ihres realsatirischen Potentials interessant, aufgrund ihres Informationsgehaltes jedoch ebenfalls eher irrelevant: &#8220;Auf den Arbeitsplatz kommt die Arbeit, an der wir gerade arbeiten, die wichtigsten Arbeitswerkzeuge und sonst nichts.&#8221; erfahren wir zum Beispiel diese Woche.</p>
<p>Die Lachsfarbe des Alpha signalisiert Kompetenz (&#8220;salmon-colored&#8221; wie die Financial Times), aber Pantalone denkt, das Blatt wird nur von der Anzeigenverwaltung redigiert. Und das ist problematisch &#8230;</p>
<p>Das weiss auch der Redaktionsleiter des Wochenblatts für das Birseck und Dorneck. Beim Wochenblatt konnte man bisher immer ein Inserat und ein sogenanntes &#8220;Eingesandt&#8221; zusammen abgeben. Beides wurde an den Redaktor geschickt, der das Eingesandt in die redaktionellen Spalten einfügte und das Inserat an die Inseratabteilung weiterleitete. Diese Praxis ist durchaus diskutabel, aber sie war eingeführt und die Spielregeln waren allseits bekannt.</p>
<p>Gestern teilte nun der Redaktionsleiter Pantalone mit, dass das &#8220;Eingesandt&#8221; ab sofort &#8220;Text zur freien Veröffentlichung&#8221; (TzfV) heisse. Er liess ihn wissen, dass Inserat und TzfV inskünftig an die Inseratabteilung zu adressieren sei, die den TzfV an ihn (den Redaktionsleiter) weiterleite, der ihn (den TzfV) &#8211; Pantalone vermutet: nach inhaltlicher Prüfung, Lektorierung, Korrektur und kompetentem redaktionellem fine-tuning - wenn möglich berücksichtigen werde. Wenn Pantalone kein Inserat und nur einen TzfV abliefere, könne er den TzfV direkt ihm (dem Redaktionsleiter) schicken, teilte er Pantalone auf Anfrage mit.</p>
<p>Im Gegensatz zum Alpha verwaltet inskünftig beim Wochenblatt also die Redaktion den Inhalt und die Inseratverwaltung die Inserate. Pantalone kann jetzt also, wenn er der Welt des Birseck etwas mitteilen will, einfach einen TzfV schreiben und diesen dem Redaktionsleiter zukommen lassen. Das lästige und teure Inserat kann er sich ab sofort sparen. Der Redaktionsleiter wird Pantalones TzfV nach Möglichkeit berücksichtigen. Er wird sich nicht von der Frage leiten lassen, ob Pantalone ein Inserent ist oder nicht. &#8211; Wunderbar!</p>
<p>Es wäre aber durchaus auch denkbar, dass die TzfV der grossen Inserenten auf jeden Fall berücksichtigt werden, die der kleinen Inserenten eventuell und die der Nicht-Inserenten eher nie. Das wäre dann wieder problematisch und ähnlich, wie beim Alpha. &#8211; Pantalone wird das im Auge behalten, oder er wird &#8220;dranbleiben&#8221;, wie die Mutter des Alpha sagen würde.</p>
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		<title>Nach dem Einschlag</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Oct 2006 08:30:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Themen]]></category>

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		<description><![CDATA[  Nehmen wir einmal an, die Erde würde von einem Meteoriten getroffen und es würden nur ein paar Menschen überleben. Zum Beispiel: Sie. Es gäbe eine Versammlung, und alle müssten ihr Know-how einbringen. Was hätten Sie zu bieten? Wüssten Sie zum Beispiel, wie man Feuer macht oder wie man Zucker herstellt? Könnten Sie einen unanständigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p> </p>
<div style="text-align: center"><img id="image131" title="meteinschl" alt="meteinschl" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/10/meteinschl.jpg" /></div>
<p>Nehmen wir einmal an, die Erde würde von einem Meteoriten getroffen und es würden nur ein paar Menschen überleben. Zum Beispiel: Sie. Es gäbe eine Versammlung, und alle müssten ihr Know-how einbringen. Was hätten Sie zu bieten? Wüssten Sie zum Beispiel, wie man Feuer macht oder wie man Zucker herstellt? Könnten Sie einen unanständigen Witz zum Besten geben? Oder könnten Sie sagen, welche Design-Varianten für die neue Parisienne-Verpackung zur Auswahl stehen? </p>
<p><span id="more-130"></span>Am 30. September 2006 ging Marco Färber in Pension. Er hatte 30 Jahre lang für Schweizer Radio DRS gearbeitet und war 20 Jahre lang Chefredaktor. Seine tiefe, sichere Stimme schaffte Vertrauen; er war die personifizierte Glaubwürdigkeit. Er gehört einer aussterbenden, pantalonischen Spezies an, deshalb: silberner Pantalone mit Kravatte. Marco Färber sorgte dafür, dass die Informationssendungen der Schweizer BBC nicht nur <a href="http://www.google.ch/search?sourceid=navclient&#038;hl=de&#038;ie=UTF-8&#038;rls=RNWE,RNWE:2004-36,RNWE:de&#038;q=define%3ainteressant" target="_blank">interessant</a> sondern auch <a href="http://www.google.ch/search?sourceid=navclient&#038;hl=de&#038;ie=UTF-8&#038;rls=RNWE,RNWE:2004-36,RNWE:de&#038;q=define%3arelevant" target="_blank">relevant</a> waren. Es gibt übrigens noch eine dritte Art der Information, die uns gerne zur Kenntnis gebracht wird: Sie ist weder interessant noch relevant, aber mit viel Geld unterlegt.</p>
<p>Relevant wäre das mit dem Feuer oder das mit dem Zucker, interessant wäre der unanständige Witz. Zur dritten Art gehört die Frage des Parisienne-Designs. Hier ist der Link zu <a href="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/www.parisienne.ch" target="_blank">Parisienne</a>, aber freuen Sie sich nicht zu früh: Sie kommen nur rein, wenn Sie über 18 sind und schwören, dass Sie Raucher oder Raucherin sind (keine Angst: die Info ist nur für American Tobacco bestimmt, nicht für Ihre Krankenkasse). Ferner müssen Sie mindestens drei Zigarettenmarken kennen und die Nummer Ihrer Identitätskarte angeben. Hier übertreibt Pantalone ausnahmeweise einmal NICHT: Schauen Sie selber nach! Wenn Sie die Prozedur über sich ergehen lassen, geben Sie Parisienne viel interessante und relevante Information über sich. Im Gegenzug erhalten Sie viel Irrelevantes und Uninteressantes von Parisienne. Nie erfahren werden Sie zum Beispiel, wieviele Qualmköpfe bei sowas mitmachen.</p>
<p>Apropos relevante Information: Pantalone würde an der Versammlung nach dem Meteoriteneinschlag brillieren. Er war bei den Pfadfindern und wuchs mit viel relevanter Information auf: Zuerst wäre zu nennen: <em>Robinson Crusoe</em> (goldener Pantalone mit Pelzmütze), und dann gab es da ein mysteriöses über Generationen vererbtes Buch mit dem Titel <em>Das Ei des Kolumbus</em>, mit dem man alle Probleme und alle Rätsel des Alltags lösen konnte. Im Fernsehen gab es das nationale Einheitsprogramm mit dem Naturforscher und Oberlehrer Hans A. Traber. Dazu jedes Jahr den <a href="http://www.ofv.ch/index.php?ID=bkDet&#038;nr=2609" target="_blank"><em>Pestalozzi-Kalender</em></a>. Er wird dieses Jahr 100 und erhält dafür den bronzenen Pantalone mit Faustkeil. Viel Relevantes lernte Pantalone auch von Reader&#8217;s Digest: Nicht nur aus vorverdauter Weltliteratur, sondern auch aus dem tausendseitigen <em>Reader&#8217;s Digest Repair Manual</em> und alljährlich aus <em>Das Grosse Jugendbuch.</em></p>
<p><a href="http://www.biokurs.de/" target="_blank">Photoquelle</a></p>
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		<title>Der virtuelle Fussgänger</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Aug 2006 23:30:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Virtualität]]></category>

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		<description><![CDATA[Der grosse Schweizer Photograph Werner Bischof (1916 bis 1954) schickte von seinen Reisen unentwickelte Filme mit Layout-Skizzen an Zeitschriften. Das heisst, er hatte seine Fotos so geplant, dass er wusste, wie sie entwickelt aussehen würden. Er organisierte seine Kamera so, dass sie genau das Bild herstellte, das er haben wollte. Er ging erst los, wenn [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image23" title="bischof.jpg" alt="bischof.jpg" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/08/bischof.jpg" /></p>
<p>Der grosse Schweizer Photograph <a href="http://www.wernerbischof.com" target="_blank">Werner Bischof (1916 bis 1954) </a>schickte von seinen Reisen unentwickelte Filme mit Layout-Skizzen an Zeitschriften. Das heisst, er hatte seine Fotos so geplant, dass er wusste, wie sie entwickelt aussehen würden. Er organisierte seine Kamera so, dass sie genau das Bild herstellte, das er haben wollte. Er ging erst los, wenn er das Ziel und den Weg kannte. So ging man früher durchs Leben. Es hiess 1. denken, 2. planen, 3. handeln. &#8211; Loose, luege, laufe.</p>
<p><span id="more-33"></span><img id="image29" title="Turm01.jpg" alt="Turm01.jpg" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/08/Turm01.thumbnail.jpg" align="left" /> <img id="image30" title="Turm02.jpg" alt="Turm02.jpg" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/08/Turm02.thumbnail.jpg" /></p>
<p>Wenn der kleine Fotograf Pantalone heute mit seiner Digitalkamera fotografiert, weiss er nicht genau, welches Bild er haben will. Er weiss auch nicht genau, wie er seine Kamera organisieren muss, damit sie ein bestimmtes Bild liefert. Er stellt ein virtuelles Bild her, prüft es, verändert die Kameraeinstellungen und stellt ein neues virtuelles Bild her. Das tut er so lange, bis ein Bild entsteht, das er realisieren will. Wenn Pantalone losgeht, muss er weder das Ziel noch den Weg kennen. Das Ziel entsteht aus dem virtuellen Handeln. </p>
<p> </p>
<p><img id="image27" title="rotewolke01.jpg" alt="rotewolke01.jpg" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/08/rotewolke01.thumbnail.jpg" align="left" /> <img id="image28" title="rotewolke02.jpg" alt="rotewolke02.jpg" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/08/rotewolke02.thumbnail.jpg" /></p>
<p>Im virtuellen Raum können wir zuerst handeln und dann denken. Der Vorteil: Wir können Ziele erreichen, die wir uns nicht ausmalen können. Der Nachteil: Wir können scheitern. Im realen Raum heisst scheitern oft sterben. Im virtuellen Raum haben wir unendliche viele Leben.</p>
<p><img id="image31" title="weiher01.jpg" alt="weiher01.jpg" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/08/weiher01.jpg" /> <img id="image32" title="weiher02.jpg" alt="weiher02.jpg" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/08/weiher02.jpg" /></p>
<p>Das ist das Trial-and-error-Prinzip, das die Natur gerne verwendet. Sie opfert Individuen, um das Kollektiv zu fördern. Durch die Entdeckung des virtuellen Raumes haben die Menschen einen Weg gefunden, das Kollektiv zu fördern, ohne Individuen zu opfern. Das Trial-and-error-Prinzip widerspricht unserer traditionellen Schulweisheit, aber wir lernen zurzeit, damit umzugehen.</p>
<p> </p>
<p><img id="image24" title="bison01.jpg" alt="bison01.jpg" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/08/bison01.thumbnail.jpg" align="left" /> <img id="image26" title="bison03.jpg" alt="bison03.jpg" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/08/bison03.thumbnail.jpg" /></p>
<p>Der unsterbliche Fussgänger im virtuellen Strassenverkehr kann „laufe, loose, luege“, der reale Fussgänger im realen Strassenverkehr muss weiterhin „loose, luege, laufe“.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Disneys Piraten</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Aug 2006 09:56:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pantalone</dc:creator>
				<category><![CDATA[gesehen]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Es soll einen Brief geben, in dem sich eine Disney-Direktorin bei Johnny Depp dafür bedankt, dass er in Pirates of the Caribbean II keinen einzigen ihrer Befehle befolgt und dadurch den Film zu einem Erfolg gemacht habe. Die gute alte Disney PR-Geschichte: Das Management gibt vor, von den Kreativen zum Vorteil des ganzen Unternehmens übertölpelt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image35" title="finnkino3.jpg" alt="finnkino3.jpg" src="http://www.seiberth.ch/cgi-bin/tum/wordpress/wp-content/uploads/2006/08/finnkino.jpg" /></p>
<p>Es soll einen Brief geben, in dem sich eine Disney-Direktorin bei Johnny Depp dafür bedankt, dass er in Pirates of the Caribbean II keinen einzigen ihrer Befehle befolgt und dadurch den Film zu einem Erfolg gemacht habe. Die gute alte Disney PR-Geschichte: Das Management gibt vor, von den Kreativen zum Vorteil des ganzen Unternehmens übertölpelt worden zu sein. So hat Disney das auch immer gemacht: Die Kreativen übertölpeln und dann so tun, als sei man von ihnen übertölpelt worden. Die Geschichte ist alt, aber sie wurde auf ein neues Level gebracht. Disney perfektioniert seine Strategien zur Kolonisierung der Phantasie der Welt. Pantalone nimmt es gelassener als in früheren Zeiten.</p>
<p><span id="more-34"></span>Gestern hat Pantalone in Helsinki Pirates of the Caribbean II gesehen. Er hatte viel darüber gehört: Zum Beispiel, dass am Anfang vom Helden eine unschuldige Krähe erschossen würde, was bisher bei Disney noch nicht vorgekommen sei (Weltwoche). Blödsinn: Bei Disney wurden immer unschuldige Tiere getötet, meist Mütter, zum Beispiel in Bambi oder in Cap und Capper. Und die Szene ist nicht am Anfang. Und die Krähe war auch nicht unschuldig: Zwei Einstellungen vorher hackt sie einem Gefangenen in einem Vermoder-Käfig die Augen aus. Und der Gefangene war wohl auch nicht ganz unschuldig und so weiter.</p>
<p>Viel wurde auch darüber gemunkelt, dass Johnny Depp den Piratenkapitän nicht so spielte, wie die Disney-DirektorINNen wollten. Gute Geschichte. Geschichten entstehen bekanntlich aus Konflikten.  Das weiss die Disney-PR-Abteilung so gut wie das das Story-Department. Die Story hat Pantalone natürlich am meisten interessiert. Die alten Ingredienzien sind da: Familienkonflikt (Will Turner und sein vergammelter Vater), Prinzessin und Prinz (Will Turner, Elizabeth Swann), komische Figuren (Pintel und Ragetti), das Böse (Mr. Beckett) und das Numinose (der fliegende Holländer und The Kraken). Aber alles ist modernisiert und auf die höchste im Unterhaltungskino heute denkbare Spitze getrieben. Das Böse ist nicht nur böse sondern es steht auch im Bund mit dem Übernatürlichen und Unsterblichen. Die guten Sterblichen hätten gegen die bösen Unsterblichen keine Chance, wäre da nicht Captain Jack Sparrow, der irgendwie dazwischen steht. Faszinierend die Grösse des Konfliktes. Dramaturgisch interessant und innovativ die Figur des Jack Sparrow (Johnny Depp), er steht überall irgendwie dazwischen: sterblich und unsterblich, naiv-blöd und genial, besoffen und nüchtern, feige und mutig, vergammelt und schön, freischwebend zwischen den Figuren, ohne Abhängigkeiten, nur manchmal ein wenig verliebt in Elizabeth.</p>
<p>Verblüffend die Geschwindigkeit des Films und was da alles drin ist. Das Grundgerüst ist einfach: Kampf GUT gegen unbesiegbar BÖSE. GUT unterstützt und gerettet vom Captain. Aber was an diesem Gerüst alles dranhängt! Das hätte man vor ein paar Jahren noch für unmöglich gehalten. Aber es ist so viel, dass es auch ziemlich unübersichtlich wird. Die klassische amerikanische Filmstruktur ist schon irgendwie da, aber sie ist bis zur Unkenntlichkeit durchzogen mit gewagten Erzählhaken. In der alten Disney-Tradition steht auch das Aufgreifen, auf die Spitze treiben und Persiflieren alter, allgemein bekannter Motive (zum Beispiel: der fliegende Holländer). Oder die Szene, wo der Captain von Kanibalen an den Spiess gesteckt wird. Puritaner würden die Szene wohl rassistisch nennen – wäre ja nicht das erste Mal bei Disney –, für Pantalone ist es einer der Höhepunkte des Films, eine köstliche Parodie auf das abgedroschene Motiv des Missionars im Kochtopf. Pantalone schmunzelt, und die Disney-Schlauköpfe (Imagineers) finden wirklich noch Aspekte, die (zumindest für Pantalone) völlig neu sind. Wie der Captain am Spiess vom Feuer hüpft, wie der Spiess mit Melonen als Mixed Pickles garniert wird. Und das ganze natürlich unterschnitten mit einer atemberaubenden Parallelhandlung: die lieben Piraten in einem luftigen Käfig über der Schlucht. Da werden gleichzeitig viele Emotionen gekitzelt: Hunger, Platzangst (Fesselung), Höhenangst (Käfig), Humor und so weiter. Ein emotionaler Sweet and Sour Cocktail. Ebenfalls typisch Disney: die leichte Übersättigung, die ab etwa Minute 100 auftritt, das Gefühl, dass sich alles sinnlos im Kreis dreht. Kurz: Typisch Disney aber auf einem neuen Level.</p>
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