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10 Jahre Arlesheimer Bauerngarten Drucken
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Albert Schillings Demeter Erynis schaut auf den Arlesheimer Bauerngarten

 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gratulation!

Im Prinzip bin ich ja ein Gartenmuffel. Aber Regula Pulver konnte mich innert Sekunden für den Arlesheimer Bauerngarten begeistern, sie drückte mir einfach drei Erdbeeren in die Hand: Urerdbeeren, besser als alles Erdbeerige, was ich bisher je gekostet habe. Der Muffel gratuliert zu den Erdbeeren und zum zehnten Geburtstag des Arlesheimer Bauerngartens.

Wenn Inge Kober und die Naturschutzkommission sich 1990 nicht energisch gewehrt hätten, wäre aus dem alten Friedhof bei der Trotte vielleicht ein Parkplatz geworden. 1994 zeichnete die Bauverwaltung unter der Federführung von René Häner die ersten Pläne: Sechs symmetrisch angeordnete Felder, getrennt durch Kieswege, mit kleinen Buchsbaumhecken gestaltet wie Mandalas. Im Frühjahr 1997 säten vier Frauen unter der Anleitung von Regula Pulver zum ersten Mal aus: Gemüse, Kräuter und Blumen auf 112 genau definierten und beschrifteten Pflanzfeldern. Der Muffel staunt, wie viel Know-how in diesem Garten steckt. Wissen über alte Gemüse- und Kräutersorten, über Wechselwirtschaft, über Bodenfruchtbarkeit, über biologischen Landbau (ohne Gift und Kunstdünger), über Mischkulturen (Lavendel schützt alte Rosenarten). Heute wird der Bauerngarten von einer Gruppe Freiwilliger unter der Leitung von Regina Kohler und vom Werkhof betreut.

Die Gestaltung des Bauerngartens erinnert den Muffel an Bauernmalerei. Der historische Bauerngarten ist ein Vorgarten, ein kleines Kunstwerk mit repräsentativem Charakter, eher ein Ziergarten als ein Nutzgarten. Die Bauernfamilie orientiert sich an den herrschaftlichen Gärten der Stadt. Sie zeigt, was sie hat und was sie kann. Sie zeigt im Vorgarten, dass sie die Natur beherrscht. Der historische Bauerngarten war ein Stück Zivilisation in der Wildnis, der Arlesheimer Bauerngarten erscheint dagegen wie ein Stück Wildnis in der Zivilisation. Er ist eine Oase der Ruhe im Dorfzentrum. Der Muffel möchte ihn gar nicht allzu bekannt machen. Warum er es hier trotzdem tut: Regina Kohler sucht Freiwillige, die ihr bei der Betreuung des Gartens helfen. Sie erhalten keinen Lohn, aber sie dürfen an diesem kleinen Kunstwerk mitwirken und sie dürfen ernten, unter anderem die herrlichen Urerdbeeren. – Interessiert? Die Bauverwaltung Arlesheim freut sich auf Ihren Anruf: Tel. 061 706 95 50.

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 Der erste Plan zum Arlesheimer Bauerngarten aus dem Jahr 1994 

(c) Jürg Seiberth, August 2007
Wochenblatt, 23.8.2007