S Märli vo der Lugi-Königin.

Die Gschicht do in däm Buech isch natürlig uf Gaelisch
Aber ich tue euch alles simultan übersetze,
damit dir au öppis dervo händ.

Es isch emol
Vor langer, langer Zyt
z Irland äne
än alti Königin gsi.

Die het ä Sohn im hürotsfähigen Alter kha
und für dä Sohn het si ä Frau gsuecht
und für sich sälber ä Thronfolgerin.
Si het also än Usrieffer kho lo und
het em uftreit, der ganze Wält s Folgendi mitzteile:

„Mir suechen ä jungi Frau,
wo d Königin derzue kaa bringe,
dass si seit: "Du liegsch jo wie druggt"
Die jungi Frau wird Königin und
darf ufe Thron stiige
und kriegt no nä knackige Prinz derzue.

Wenn sich aber ä jungi Frau bewirbt,
Wo d Königin nid derzue bringe kaa,
dass si seit "Du liegsch jo wie druggt"
Denn wird dere junge Frau der Kopf abgschnitte
und ans Schlossdor gnaglet.“

***

Vili häns probiert.
Schöni und wieschti,
grossi und kleini,
dicki und dünni,
Und uf em Schlossdor hätt s
grad no Platz gha für ei Kopf.

Do isch dr Usriefer au in d Schwitz kho,
ins Birseck und ins wunderschöne Dorf Arlese.
Und er het au do sis Sprüchli ufgseit.
Und alli hän gloost und gschtuunt.

Und eini het ganz bsunders gloost und gstuunt.
Si het Annemarie gheisse und isch d Tochter gsi
Vom Stäpfeli-Puur. Das isch en arme Wittwer gsi,
wo  numme vier zächi Güggel und zwei maageri Küe
im Stall gha het und ebe s Annemarie.

Und s Annemarie het är eigentlig nid wölle gä.
Aber es het eso lang gmiedet und gstürmt,
bis är schlussändlig gseit het:
Also guet, denn gosch halt in Gotts Name.
 
***

Wos Annemarie alli di Köpf am Schlosstor gseh het,
ischs em scho nebitz gschmuech worde.
Aber es het sich nüt loh amerke
und isch tapfer ins Schloss ine gange
und het sich für d Prieffig aagmäldet.

Die alti Königin isch scho ganz mied und truurig gsi.
Und wo si s Annemarie gseh het,
isch das kei Troscht für si gsi.
Gang hei, Meitli, het si gseit,
du mit dine rote Backe und mit dine blonde Zöpf,
du kasch garantiert nid liege,

I weiss es nid, isch em Annemarie si Antwort gsi.
Und die Antwort isch sehr gueti gsi.
Hät si nämmlig jo gseit oder nei,
denn giengt jetzt ä philosophischi Diskussion los,
wo der Rahme vo däm Märli würdi spränge.

Also guet, het die alti Königin gseit.
Lueg emol do, do stoht mini Hof-Fiedlerin.
Das isch die schnällschti Fiedlerin vo mim ganze Riich
und worschinlig sogar vo der ganze Wält.

(ziemlich schnelles Stück)

S Annemarie het gloost und gschtuunt,
und denn het si gseit:
Bi uns in Arlese gits ä Muusigschuel,
und die meischte Fiedel-Schüeler in däre Musikschuel
hän der Goldigi Noteschlüssel.
Und dä Goldigi Noteschlüssel kriegt me numme,
wemme extrem schnäll ka fidle,
und zwar mit mindestens 180 Stundekilometer.

Jo was, het d Hof-Fiedlerin gseit,
Aber d Königin het kei Mine verzooge,

dorum het s Annemarie witterverzellt:
Und unsere Dorfpolizischt gseht das gar nid gärn,
wil bi uns im Dorf, in der Begägnigszone,
darf me eigentlig höggschtens mit 20 fidle.
Unsere Dorfpolizischt het zwar ä sauschnälls Töff
aber uf der Fiedle, isch är no viel schnäller,
wenn er däne Schieler hindenooche fiedlet.

Do het d Königin ebitz d Stirne grunzlet und gfrogt:
Wie schnäll fiidlet denn dä Polizischt?
Bis 250 und no schnäller, het s Annemarie gseit.
Do het d Hof-Fiedlerin miesse lache.
Stell der au vor, dass goht doch gar nit,
250, das wär jo öppe so ...
 
(extrem schnelles Stück)

Jä, genau so schnäll fiedlet unsere Dorfpolizischt,
het's Annemarie gseit.

D Königin het der Kopf gschüttlet und gseit:
Jetz lueg emol zum Fänschter use.
Gsehsch die riesige Kohlköpf dört in mim Garten?
Öppe so? (zeigt) het's Annemarie gfrogt.
Hesch du schonemol eso grossi Kohlköpf gseh?

Bi uns in Arlese hets au Kohlköpf, hets Annemarie gseit.
Und im St. Jakob unde hets no me.
Aber die Kohlköpf hän eso grossi Blätter,
dass e ganzi Fuessball-Nationalmannschaft
kha drunter schtoh.
Und wenns in Ströme schifft, denn bliibe alli trocke -
Ä ganzi Halbzyt lang.

D Königin het gnickt und brummlet.

Aber denn bricht s Blatt unter däm vile Wasser abenand,
Hets Annemarie witterverzellt,
und es git ä Fluetwälle,
wo die ganzi Mannschaft in Rhi spüelt
und abe nach Rotterdam und wit ins Meer use,
fascht bis nach Irland übere.

Dasch jetz aber glooge, het d Hof-Fiedlerin gseit.

Aber s Annemarie het wiiterverzellt:
Die ganzi Mannschaft het überläbt
und ebar Tag spöter sind si alli
zfriede in Portugal usem Wasser klätteret.

Das kha doch fascht nid si, het do die alti Königin gseit,
und si isch eigentlich scho zimlig zfriide gsi.

***

Die alti Königin isch wirklig scho zimlig zfride gsi.
Sag emol, het si s Annemarie gfrogt, wenn ich
di Kopf nid ans Schlosstor nagle liesst,
Und wenn ich di Kopf nid tät abschniide lo,
Und wenn du do uf mi Thron stiige dörftsch,
und wenn du mi nätte Sohn dört äne dörftsch hüürote ,
wie würdsch das finde?

Das würd ich e ganz e verkehrti Wält finde,
hets Annemarie gseit.
Bi uns in Arlese, do gits au Märli,
aber in unsere Märli, do kunnt immer en alti König vor
und ä Prinzässinne.
Und ä junge Maa, wo muess Heldetate mache.

Do het die alti Königin fürchterlig miesse lache.
Und d Hof-Fiedlerin het härzlig mitglacht.
Und sogar der schöni Prinz het ebitz glächlet.

En alte König und ä Prinzässinne ...
D Königin het sich ä Lachtränli abputzt und gseit:
Du liegsch jo wie druggt.
Und wenn sie nicht gestorben sind,
dann lügen sie noch heute!

 

 

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